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Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit historischem Schwerpunkt

Der Lehrstuhl fokussiert epochenspezifische Konstellationen, gattungsgeschichtliche Entwicklungen und thematologische Tradierungen in ihren jeweiligen kulturellen, gesellschaftlichen und wissenshistorischen Kontexten. Im Zentrum stehen etwa diskurskritische Diagnosen sozialer Verhältnisse und Wandlungsprozesse, funktionsgeschichtliche Betrachtungen des Erzählens (in diachroner Perspektive), intertextuelle und/oder intermediale Schreibweisen, Bezüge zwischen Literatur und (Natur-)Wissenschaften sowie ästhetische Positionierungen, ethische Verfahren und politische Implikationen der Literatur. Literaturgeschichtliche Schwerpunkte bilden die Sattelzeit (1750-1830), die literarische Moderne (um 1900) sowie die Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur.

Leitung

Sekretariat

Apl. Professor:

Wiss. Mitarbeiter

Erlanger Zentrum für Literatur und Naturwissenschaft (ELINAS)

Graduiertenkolleg 1718 Präsenz und implizites Wissen

ehem. Wiss. Mitarbeiter

In UnivIS finden Sie alle Lehrveranstaltungen des Lehrstuhls (auch solche vergangener Semester).

  • Dokufiktionales Erzählen. Neue Formen des Realistischen in der Literatur der Gegenwart
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.10.2018 - 30.09.2021
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    Dem Projekt geht es um eine grundlegende Konturierung und Produktiv-Machung des aktuell hochvirulenten Begriffs ‚Dokufiktion‘ für den literaturwissenschaftlichen Diskurs. Dieses Ziel soll allerdings nicht dadurch erreicht werden, dass Dokufiktion als eigenes Genre in der literarischen Landschaft etabliert wird, wie es in anderen Ansätzen bereits der Fall ist. Vielmehr wird die dokufiktionale Narration als eine gegenwärtige Schreibweise und Erzählhaltung begriffen, die in reflektierter Weise auf den zunehmenden Realitätsverlust in einer digitalen und virtuell überformten Lebenswelt antwortet und einen konstruktiven Umgang mit dieser veränderten medialen Realität erprobt. Hierfür nutzen die bewusst zwischen Fakt und Fiktion changierenden Texte sowohl dokumentarische als auch fiktionale Darstellungsformen, die mithilfe intramedialer, intermedialer und transmedialer Verfahrensweisen verwoben werden. Diese vielfältigen Erzählverfahren und Darstellungsweisen – unter Einbezug zeitgenössischer medientheoretischer, literatur- und kulturwissenschaftlicher und nicht zuletzt philosophisch-ethischer Ansätze – offenzulegen, sie in ihrer Funktionsweise ebenso wie in ihrer erkenntnistheoretischen Bedeutung zu analysieren und daraus eine Poetik dokufiktionalen Erzählens abzuleiten, ist die Zielsetzung des Projekts.
  • Ethisches Erzählen. Zur Kultur- und Funktionsgeschichte narrativer Formen.
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 01.10.2015 - 01.10.2018
    Die Kulturpraxis des Erzählens dient seit Menschengedenken nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der narrativen Problembewältigung, der Normbildung (bzw. ihrer Subversion) und der Verständigung über ethische Fragen. In dieser funktionsgeschichtlichen Perspektive sollen verschiedene einschlägige Erzählgattungen der Neuzeit (gegebenenfalls unter Rückgriff auf antike und mittelalterliche Grundmuster) neu beleuchtet und jeweils in historisch spezifische gesellschaftliche Kontexte gestellt werden. Dabei werden thematische Schwerpunktbildungen ebenso eine Rolle spielen wie etwa medienhistorische (Mündlichkeit/Schriftlichkeit), diskursgeschichtliche (religiöse, philosophische, juristische, mentalitätshistorische Kontexte) und literatursoziologische Aspekte. Die Studie gliedert sich nach Erzählgattungen, deren thematische Fokussierungen, narrative Strategien, gesellschaftliche Funktionen und ethische Dimensionen jeweils diachron untersucht werden. Die Kapitel zum Mythos, zur Novelle und zum Roman sind schon weitgehend konzipiert und gedanklich ausgearbeitet; die Kapitel zum Epos, zur Fabel und zu modernen Kurzformen des Erählens müssen noch konkretisiert werden.

     

  • Narrative der Empathie: Tier-Mensch-Begegnungen in Philosophie, Wissenschaft und Literatur 1850-2010
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 01.05.2015 - 01.05.2018
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    Entgegen rationalistischer Positionen, die die unüberbrückbare Distanz zwischen Mensch und Tier betonen, unterstreichen neuere Untersuchungen zum Tier-Mensch-Verhältnis das Vermögen der Empathie, über die Spezies-Grenze hinweg das Verstehen des Anderen zu ermöglichen. Von diesem Befund ausgehend analysiert das Projekt aus diachroner und systematischer Perspektive Narrative der Empathie im 19. und 20. Jahrhundert. Das Konzept der Empathie erfährt zwar gegenwärtig große Aufmerksamkeit, die Geschichte des Begriffs aber, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht, wird oft kaum beachtet. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wird die empathische Annäherung an das nicht-menschliche Andere, so die These der Arbeit, entgegen rationalistischer Diskurse, die eine scharfe Demarkationslinie zwischen Mensch und Tier behaupten, umfassend theoretisch und praktisch entwickelt. Diese Narrative der Empathie verfolgt das komparatistisch-kulturwissenschaftliche Projekt von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart anhand von philosophischen, wissenschaftlichen und literarischen Texten, die Begegnungen zwischen Menschen und Tieren fokussieren. Gefragt werden soll erstens, inwiefern Narrative der Empathie epistemologische Theorien und anthropologische Grenzziehungen zwischen Humanität und Animalität problematisieren. Hier wird die Frage gestellt, in welcher Weise sich durch die spezifische narrative Inszenierung von empathischen Mensch-Tier-Beziehungen die Speziesgrenze verändert und ob durch den Bruch mit dem rationalistischen Differenzmodell sich alternative Denkräume und Praktiken eröffnen. Zweitens soll das inszenierte empathische Gefühlswissen in Bezug zum zoologischen Wissen der Zeit gesetzt bzw. im Tierdispositiv der Zeit verortet werden. Drittens wird abschließend danach gefragt, welche diachronen Veränderungen sich in Bezug auf das Konzept der Empathie in Mensch-Tier-Beziehungen erkennen lassen und in welcher Weise sich diese zu der jeweiligen narrativen Struktur und poetischen Form der untersuchten Texte verhalten.
  • Wissenschaftliches 'Netzwerk (DFG): „Empirisierung des Transzendentalen“. Epistemologische Voraussetzungen und Erscheinungsformen der ‚ästhetischen Moderne‘ in Wissenschaft, Literatur und Kunst um 1900
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Gesamtprojekt)
    Laufzeit: 01.05.2014 - 31.12.2017
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    URL: http://www.empirisierung-des-transzendentalen.de/

    Ab 1850 kommt es zu einer Destabilisierung des Erkenntnismodells des Deutschen Idealismus, die sich zeitgleich auf unterschiedlichen Wissensfeldern bemerkbar macht: Sinnesphysiologie, Kulturanthropologie, Sprachwissenschaft. Überall wird die Beantwortung der Frage nach den ‚Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis‘ der philosophischen Erkenntnistheorie entzogen und an die Erfahrungswissenschaften delegiert. Wenn der Erkenntnisapparat nun aber selbst als ein empirischer Sachverhalt behandelt wird, nicht mehr als transzendentales Apriori, dann bedeutet dies für die Akteure um 1900, dass zunehmend auch seine Kontingenz in Rechnung zu stellen ist. Kunst und Literatur der Zeit nehmen an diesem Problem regen Anteil, verhandeln es nicht nur auf der Ebene der Information, sondern ebenso in neuartigen künstlerischen Fakturen. Auf diese Weise werden sie zum Reflexionsmedium, aber sie partizipieren auch an der Genese neuer – skeptischer, sprachpragmatischer oder evolutionärer – Erkenntnismodelle um 1900.

    Das Netzwerk untersucht in seinen 30 Teilprojekten diesen Problemzusammenhang. Es bringt 15 Forscherinnen und Forscher aus fünf Disziplinen (Literaturwissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte/Bildwissenschaft, Sprachwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte) und sechs Nationen unter der Fragestellung zusammen: Auf welche Weise wird die empirische Untersuchung der menschlichen Erkenntnisbedingungen von 1850 bis 1920 in den Wissenschaften und Künsten reflektiert, wie hängt sie mit der Herausbildung der ‚ästhetischen Moderne‘ zusammen und welchen Beitrag leisten Kunst und Literatur zur Genese neuer Erkenntnismodelle?

    Über die Jahre 2014 bis 2017 finden fünf Workshops an vier verschiedenen Universitäten und Zentren statt. Gefördert wird das Netzwerk von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

     

  • ELINAS - Erlangen Center for Literature and Natural Science
    (FAU Funds)
    Laufzeit: 01.01.2014 - 31.12.2017
    URL: http://elinas.fau.de/
    Physics, literature and literary criticism are discourses of knowledge production which have drifted apart considerably in the course of the modern functional differentiation of social systems. At the same time, both discourses contribute to the comprehension and mastery of present and future problems which invariably have both technological and cultural implications. Technologies and natural science often acquire the status of wordlviews and central myths. They determine human life worlds and are therefore of tremendous cultural relevance. With the aesthetic representation of key signatures of its time, literature forms an interdiscourse, reintegrating functionally differentiated systems of knowledge into the horizon of the life world. At present more well informed and highly reflective literary texts dealing with physical issues are being published than ever before. By means of dialogue and narration, they translate physical knowledge from mathematical-symbolic into verbal-polyvalent forms of representation and re-embed it in specific cultural contexts. Recent literary criticism and linguistic studies have therefore begun to investigate discursive and narrative modulations of physical theories both in literary texts and in scientific literature. Natural Science is itself becoming increasingly aware, both of the linguistic dimension of scientific communication and research and of the general cultural dimension of knowledge. The analysis of concept formation in the natural sciences can profit from the competence of literary theory, while the analysis of the transformation of physical knowledge in literary texts needs to be complemented by a sound knowledge of physical theory. ELINAS provides a platform for this exchange: it develops this research field historically and systematically, bringing together the competences in the fields of literary and cultural studies as well as the natural sciences represented by the departments to which the members belong.

seit 2015

Bücher

Herausgegebene Bände

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Beiträge in Sammelwerken

Abschlussarbeiten

Sonstige

Unveröffentlichte Publikationen / Preprint

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Kontakt

Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit historischem Schwerpunkt

  • Adresse:
    Bismarckstr. 1 B
    91054 Erlangen

Leitung / Sekretariat

  • Prof. Dr. Christine Lubkoll
  • Sieglinde Wörlein