Skandinavistik

Die Skandinavistik/Nordische Philologie beschäftigt sich mit den Literaturen, Kulturen und Sprachen Skandinaviens. Sie untersucht Literatur- und Kulturphänomene im interskandinavischen Vergleich durch aktuelle Theorieansätze in historischer und systematischer Perspektive. Basis des Studiums bildet eine intensive Sprachausbildung in einer der kontinentalskandinavischen Sprachen (Dänisch, Norwegisch, Schwedisch). Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind: skandinavische Literaturgeschichte, Gegenwartsliteratur, Arktisdiskurse, Intermedialität, (Text&Bild, Text&Film), Theater und Aufführungspraxis, Gender Studien und Körpertheorien.

 

 

 

 

 

 

 

Die FAU bietet den Studiengang der Skandinavistik als BA-Studiengang Nordische Philologie im Haupt- oder Nebenfach an. Durch den MA-Studiengang „Literaturstudien – intermedial und interkulturell kann er ergänzt und vertieft werden.

Leitung

Prof. Dr. Hanna Eglinger-Bartl

Raum: Raum 1.109 Bismarckstr. 8
Bismarckstr. 1
91054 Erlangen
Sekretariat

Isabelle Urban

Sekretariat
Raum: Raum B 3A2
Bismarckstr. 1
91054 Erlangen
Wissenschaftliche Mitarbeiter

Karina Brehm, M.Ed., M.A.

Raum: Raum 1.110 Bismarckstr. 8
Bismarckstraße 1
91054 Erlangen

Dr. Sandra Fluhrer

Raum: Raum B 3A3
Bismarckstr. 1
91054 Erlangen

Maja Martha Ploch, M.A.

Raum: Raum 1.111
Bismarckstr. 8
91054 Erlangen
Lehrbeauftragte

Thomas Krümpel, M.A.

Raum: Raum 1.108
Bismarckstrasse 8
91054 Erlangen

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        • Dissertationsprojekt (Daniel Wellinghausen): Tod und Transzendenz bei Peter Høeg:

      Tod und Transzendenz sind zwei untrennbar miteinander verwobene Themenfelder. In ihnen kommen das unbegreiflich Außergewöhnliche und das unentrinnbar Gewöhnliche zusammen und gehen eine teils bizarre, teils harmonische Verbindung ein. In der gegenwärtigen säkularen Postmoderne scheinen Tod und Transzendenz aus unserem Leben verbannt worden zu sein. In westlichen Gesellschaften spielen Gott und Glaube – wenn überhaupt – nur noch eine untergeordnete Rolle, während der Tod schlichtweg das größte Tabu unserer Zeit darstellt und im wahrsten Sinne totgeschwiegen wird. Fast als Gegensatz dazu sind beide Aspekte im Werke Høegs auf besondere und vielfache Weise miteinander verwoben und nehmen einen großen Raum ein. Tod, Mord und Selbstmord sind zentrale Elemente seiner Romane, die durch Mystik, übernatürliche Phänomene oder göttliches Eingreifen aus ihrem alltäglichen Rahmen gerissen werden und so neue Zugänge zum Tod selbst, aber auch zu den damit verbundenen Transzendenzvorstellungen schaffen. Beispiele dafür sind u.a. der geheimnisvolle Meteor in „Frøken Smillas fornemmelse for sne”, das den Menschen überlegene Volk der unbekannten Anderen in ”Kvinden og aben”, die übernatürlichen Kräfte besonderer Kinder in „Den stille pige“ oder auch die direkte Konfrontation mit Selbstmord, Nahtoderfahrungen und Traumreisen in „Gennem dine øjne”. Die transzendentalen Elemente beziehen sich dabei nicht ausschließlich auf ein jenseitiges Weiterleben, sondern greifen vielfach in das Leben der Protagonisten ein; prägen, lenken, verändern und erweitern dieses.
      In meiner Dissertation möchte ich die Art und Weise verschiedener Tode und ihre Bedeutung für die jeweiligen Romane herausarbeiten und untersuchen, welche kulturell-gesellschaftlichen Funktionen/Reflexionen damit – bezogen auf die Bedeutung des Todes und seine Bewältigung für die Gegenwart – verbunden sind. In Anbetracht der Tatsache, dass die Høeg-Forschung das zentrale Element Tod bisher weitgehend ausgeklammert hat, ist es mir ein Anliegen, einen aktuellen Forschungsbeitrag im Hinblick auf ein Thema zu leisten, das Høegs literarisches Werk neu beleuchten kann. Der Großteil der wissenschaftlichen Forschung zu seinem Werk bezieht sich auf die Konstruktion dänischer Identität, postkoloniale Fragestellungen, die soziopolitische Aufarbeitung dänischer Institutionen und deren Ausübung und Missbrauch von Macht oder beschäftigt sich mit sprachwissenschaftlichen oder stilistischen Phänomenen. Die wenigen Aufsätze, die Høegs Romane theologisch interpretieren bzw. auf metaphysische Aspekte eingehen, behandeln diese meist nur als Teilaspekte oder sind einseitig christlich geprägt. Mein Ansatz, der von einem umfassenderen Transzendenzverständnis ausgeht, fokussiert auf die Verknüpfung der Elemente Tod und Transzendenz u.a. mit ökologischen Problemen und moderner Technik und möchte aufzeigen, inwiefern diese Verknüpfung aktuelle Probleme der Gegenwart spiegelt und ihnen neue Perspektiven entgegensetzt.

  • Poetiken des Parasitären

    (Projekt aus Eigenmitteln)

    Laufzeit: seit 1. Januar 2019

    Das Projekt »Poetiken des Parasitären in der skandinavischen Literatur« untersucht epistemologische, poetologische und ökokritische Funktionen parasitärer Interrelationen in skandinavischen Texten und Filmen. Dabei zeichnet sich die Relevanz des Parasitismus in vier Szenarien ab: 1. als Schwellenfigur des Schmarotzers und des (ungebetenen) Gastes, häufig mit Fragen nach sozialen und politischen Dynamiken sowie im Hinblick auf literatursoziologische Phänomene des Mäzenatentums, der Co-Autorschaft und des Ghostwriting; 2. als intertextuelles Phänomen mit Fragen nach parasitären und partizipatorischen Schreibverfahren und den damit verbundenen Relationen zwischen Prätext und Posttext sowie der Interrelation von Text, Paratext und Kontext, aber auch im intermedialen Zusammenhang, d.h. im Hinblick auf mediale Transpositionen wie (literarische und filmische) Remakes; 3. in Form von poetologischen Prozessmodellen parasitärer Irritation, Infiltration, Infektion, der Schwächung oder Auflösung von innen heraus, der kompositorischen und kompostierenden Ab- und Umwandlung; und 4. als dynamische Komplexitätsrelation im Rahmen eines oder mehrerer Ökosysteme.
    Das Projekt legt erstmalig den Fokus auf (öko-)parasitäre ästhetische Verfahren in skandinavischen literarischen und audiovisuellen Fiktionen vom 18. bis ins 21. Jahrhundert. Dabei wird zum einen eine literarhistorische Linie verfolgt, auf der der philosophische, politische, intertextuelle, poetologische und ökokritische Einsatz parasitärer Systeme und Denkfiguren bzw. einer parasitistischen Rhetorik untersucht wird. Zum anderen werden durch die Unterteilung des Projekts in einen vorwiegend poetologischen und einen hauptsächlich posthumanistisch-ökosystematisch ausgerichteten Schwerpunkt wesentliche Veränderungen in der Mobilisierung sowie in der Bewertung parasitistischer Prinzipien aufgezeigt. Ziel des Projekts ist es, die Kreationsstrategien parasitärer Systeme bzw. ihre Transfermöglichkeiten auf epistemologische, soziokulturelle und poetologische Denk- und Strukturmodelle zu untersuchen und auf Ausprägungen der Irritations- und Variationsfähigkeit sowie auf Möglichkeiten der Modifikation und Horizonterweiterung – sowohl hinsichtlich der Beschreibungskategorien ästhetischer Prinzipien als auch einer posthumanistischen Konzeption von Mensch-Umwelt-Interaktionen – abzuklopfen. Ein wesentlicher Angelpunkt, der in der bisherigen Forschung noch nicht verfolgt wurde, ist das Verständnis des Parasitären als ökosystemische Dynamik, die sich als Herausforderung anthropozentrischer Welt- und Umwelt-Entwürfe begreifen lässt, indem sie traditionelle Subjekt-Entwürfe bzw. Szenarien einer Mensch-Natur-Dichotomie hinterfragt, irritiert und/oder zerrüttet.

  • Irrtum in der Literatur

    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)

    Laufzeit: seit 27. September 2018
    Mittelgeber: Fritz Thyssen Stiftung
  • Arktisprimitivismus

    (Projekt aus Eigenmitteln)

    Laufzeit: 1. April 2017 - 30. Mai 2020

Bücher

Herausgegebene Bände

Beiträge in Fachzeitschriften

Beiträge in Sammelwerken

Sonstige