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Forschungsprojekte

Projekte und Projektdaten

Auf den folgenden Seiten finden sich – nach Art der Förderung geordnet – die wichtigsten Projekte des Departments. Die Informationen werden automatisch aus dem Forschungsinformationssystem (CRIS: Current Research Information System) der FAU generiert.

  • Prekäre Literaturen (1830-1900). Zur Erschließung und Systematisierung nichtkanonisierter Erzähltexte im 19. Jahrhundert
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Oktober 2019 - 30. September 2022
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
  • Literarischer Zweifel. Skeptizismus und das Dilemma der Wahrheitsfindung in der mittelhochdeutschen Epik (12. bis 14. Jahrhundert) (2019-2022)
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 9. Juni 2019 - 9. Juni 2022
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Historische Landschaftslexikographie und Digitalisierung
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 22. Mai 2019 - 25. Mai 2019
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    Bezeichnungen
    für Objekte der natürlichen Umgebung des Menschen, z.B. für Pflanzen und Geländeformen, sind ein wichtiger Zugang zur
    Erforschung sprachlich manifestierter, kultur-
    und sozialhistorisch begründeter Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Europa.
    Die Interaktion mit der Umwelt als grundlegendes menschliches Verhaltensmuster spiegelt sich entscheidend auch im
    Wortschatz wider. Die Wahrnehmung natürlicher
    Umgebungsobjekte durch den Sprachbenutzer erfolgt rückgebunden an dessen
    kulturellen, sozialen und individuellen Hintergrund, sodass bestimmte Parameter
    (z.B. Erscheinungsbild, wirtschaftliche Nutzbarkeit) stärker, andere weniger stark gewichtet werden. Die
    Versprachlichung der physischen Umwelt lässt somit auch „Schlüsse über
    Wahrnehmungskonzepte“ sowie Gestaltungskonzepte zu. Über die Auswertung lexikographischer
    Ressourcen für verschiedene Sprachen und in diachroner Perspektive besteht
    Zugriff auf ein umfangreiches Inventar an Informationen, das in der strukturierten Zusammenschau kulturhistorisch bedeutsame
    Erkenntnisse über Zusammenhänge, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Wortschätzen des Bereichs „Landschaft“ verschiedener Sprachen ermöglicht.Es
    wird insbesondere die sprachübergreifend bzw.
    europäisch-onomasiologische Ausrichtung der Arbeit gestärkt und in ihren theoretischen
    Grundlagen erweitert. Für die Darstellung etymologisch verwandter Ausdrücke
    wird das von A. Villalva entwickelte Artikelkonzept
    „European Roots“ vorgestellt und dessen Nutz- und Erweiterbarkeit für
    die Arbeit von LandLex zur Diskussion gestellt. Ein weiteres Ziel ist die
    Etablierung einer deutlichen kulturhistorischen Komponente, z.B. mithilfe der
    Untersuchung von Sprachkontakten, die sich in parallelen Ausdrücken oder
    Lehnbildungen widerspiegeln (z.B. Wörter deutscher bzw. niederdeutscher
    Herkunft im Estnischen wie mariienbluum, vgl. Marienblume oder maarjalill,
    adaptiert: Maarja ← Maria, lill ‚Blume‘).
  • Artefakte der Avantgarden 1885-2015 - Schlecht gemachte Bücher: Subversive Publikationspraktiken und hybride Artefakte der Neo-Avantgarde im postdigitalen Zeitalter
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. April 2019 - 30. März 2022
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    URL: http://www.apod.li

    Das Projekt „Artefakte der Avantgarde 1885–2015“ nimmt die Geschichte
    der europäischen Avantgarden von ihren Rändern her in den Blick und will
    erstmals die außergewöhnlichen, immer noch weitgehend unbekannten Artefakte aus
    Papier, die seit Mallarmé die ‚Avantgarde der Avantgarden‘ prägen, und deren
    zeitgenössische digitale Wiederkehr in den digital-analogen Medienhybriden und
    bewegten Schrift-Bild-Ensembles der Gegenwartsliteratur im historischen und
    systematischen Zusammenhang sichten, analysieren und zugänglich machen. Ausgehend
    von diesen Objekten sollen die je spezifischen avantgardistischen Schreibweisen
    und Praktiken beschreibbar und die einzelnen Artefakte als jeweils neue
    Verhandlung der ästhetischen, poetologischen, historischen und politischen
    Dimensionen des Literarischen rekonstruiert werden. Dabei wird die gegenwärtige
    Konjunktur avantgardistischer Schreibweisen mit den Mitteln des digitalen
    Zeitalters eine neue Reflexion auf die je eigene historische Signatur
    innovativer Schreibweisen ermöglichen. Das Projekt gliedert sich in drei
    Teilprojekte, die Mallarmés Papierarbeiten, auch in Übersetzungen und
    Transformationen, hybride Publikationsstrategien aus Pdf und Print-on-Demand
    sowie zwischen Materialität und Digitalität oszillierende Artefakte mit
    algorithmischer Architektur untersuchen. Es situiert sich an der Schnittstelle
    literatur- und buchwissenschaftlicher, objektbezogener, materialtheoretischer
    und praxeologischer Überlegungen und will einen substantiellen Beitrag zur Erschließung
    und Diskussion historischer und gegenwärtiger Arbeiten der ‚Avantgarden der
    Avantgarden‘ leisten.

  • Wörterbücher für die Zukunft – Die Zukunft der Wörterbücher
    Herausforderungen an die Lexikographie in einer digitalen Gesellschaft

    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 26. November 2018 - 28. November 2018
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    In einer sich extrem schnell verändernden, globalen und digitalen
    Gesellschaft ist zu hinterfragen, welchen Status Wörterbücher heutzutage (noch)
    innehaben. Wie werden sie von der Gesellschaft wahrgenommen und im Prozess der
    Kulturvermittlung benutzt? Wer ist verantwortlich für das in ihnen enthaltene
    Wissen und ihre Qualität? Welche lexikographischen Ansätze stehen im
    Mittelpunkt der Wissenschaft und wohin entwickelt sich das Verlagswesen? Nimmt
    die Gesellschaft aktiv an dieser Entwicklung teil? Dies sind einige der Fragen,
    die im Mittelpunkt der deutsch-italienischen Gespräche stehen und denen aus
    verschiedenen Perspektiven nachgegangen werden soll.
  • Produktivität und Kreativität in der Lexik des Ostfränkischen
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Oktober 2018 - 1. Oktober 2021
    Mittelgeber: Fritz Thyssen Stiftung
  • Dokufiktionales Erzählen. Neue Formen des Realistischen in der Literatur der Gegenwart
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Oktober 2018 - 30. September 2021
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    Dem Projekt geht es um eine grundlegende Konturierung und Produktiv-Machung des aktuell hochvirulenten Begriffs ‚Dokufiktion‘ für den literaturwissenschaftlichen Diskurs. Dieses Ziel soll allerdings nicht dadurch erreicht werden, dass Dokufiktion als eigenes Genre in der literarischen Landschaft etabliert wird, wie es in anderen Ansätzen bereits der Fall ist. Vielmehr wird die dokufiktionale Narration als eine gegenwärtige Schreibweise und Erzählhaltung begriffen, die in reflektierter Weise auf den zunehmenden Realitätsverlust in einer digitalen und virtuell überformten Lebenswelt antwortet und einen konstruktiven Umgang mit dieser veränderten medialen Realität erprobt. Hierfür nutzen die bewusst zwischen Fakt und Fiktion changierenden Texte sowohl dokumentarische als auch fiktionale Darstellungsformen, die mithilfe intramedialer, intermedialer und transmedialer Verfahrensweisen verwoben werden. Diese vielfältigen Erzählverfahren und Darstellungsweisen – unter Einbezug zeitgenössischer medientheoretischer, literatur- und kulturwissenschaftlicher und nicht zuletzt philosophisch-ethischer Ansätze – offenzulegen, sie in ihrer Funktionsweise ebenso wie in ihrer erkenntnistheoretischen Bedeutung zu analysieren und daraus eine Poetik dokufiktionalen Erzählens abzuleiten, ist die Zielsetzung des Projekts.
  • Irrtum in der Literatur
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 27. September 2018 - 27. September 2021
    Mittelgeber: Fritz Thyssen Stiftung
  • Rekonstruktion von Argumenten aus Noisy Text (SPP 1999: RATIO)
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2018 - 31. Dezember 2020
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    Soziale Medien spielen in der gesellschaftlichen Meinungsbildung eine wachsende Rolle. Gegenstand von RANT ist die Entwicklung von Methoden und Formalismen zur Extraktion, Repräsentation und Verarbeitung von Argumenten aus Texten geringer linguistischer Qualität, wie sie eben in Diskussionen auf sozialen Medien anzutreffen sind, anhand einer laufenden Fallstudie an einem großen Korpus von vor dem Referendum verbreiteten Twitter-Botschaften zum Thema Brexit. Wir werden eine korpuslinguistische Studie zur Identifikation wiederkehrender sprachlicher Argumentationsschemata durchführen und anhand dieser Schemata im Sinne eines High-Precision-Low-Recall-Ansatzes entsprechende Korpusanfragen zur Extraktion von Argumenten entwerfen. In der Tat erwarten wir, dass sich Argumentationsschemata unmittelbar mit logischen Schemata in einem dedizierten Formalismus in Verbindung bringen lassen und somit einzelne Argumente direkt als logische Formeln geparst werden können. Der zur Argumentrepräsentation verwendete Formalismus wird ein breites Spektrum an Modalitäten beinhalten, die in realen Texten auftretende sprachlich-semantische Phänomene wie Unsicherheit, Wirkung, Präferenz, Sentiment, Vagheit und Default-Implikation widerspiegeln. Wir werden einen solchen Formalismus als Familie von Instanzlogiken in der koalgebraischen Logik darstellen, die als generisches logisches Rahmenwerk vereinheitlichte semantische, deduktive und algorithmische Methoden für Modalitäten jenseits der üblichen relationalen Semantik zur Verfügung stellt; insbesondere werden wir Deduktionswerkzeuge für Argumentationslogiken auf bestehende generische koalgebraische Werkzeuge aufbauen. Die so entstehende logische Sprache zur Repräsentation einzelner Argumente wird ergänzt durch ein flexibles Rahmenwerk zur Repräsentation von Beziehungen zwischen Argumenten. Hierzu gehören sowohl in der Argumentationstheorie verbreitet betrachtete Relationen wie die Angriffs- und Unterstützungsrelationen sowie aus den Metadaten des Korpus gewonnene Beziehungen wie Zitation, Hashtags oder direkte Ansprache (per Erwähnung von Benutzernamen) als auch solche Beziehungen, die sich erst durch logische Schlussfolgerung aus dem Inhalt der Argumente ergeben. Insbesondere letztere Beziehungen stellen sich semantisch oft nicht als Relationen im engeren Sinne dar, sondern involvieren z.B. kontinuierliche Wahrheitswerte, Präferenzordnungen oder Wahrscheinlichkeiten und profitieren insofern von einer einheitlichen koalgebraischen Modellierung, die auch die semantische Grundlage der koalgebraischen bildet. Wir werden dementsprechend geeignete Verallgemeinerungen der für Dung's Argumentation Frameworks definierten Extensionssemantiken entwickeln und somit letztlich Begriffe wie „kohärenter Standpunkt“ oder „verbreitete Sichtweise“ formal einfangen; in Verbindung mit entsprechenden algorithmischen Methoden wird dies die automatisierte Extraktion umfassender argumentativer Positionen aus dem Korpus erlauben.
  • Berühren: literarische, mediale und politische Figurationen (DFG-Netzwerk)
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Oktober 2017 - 30. September 2019
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    URL: http://netzwerk-beruehren.de/
  • Sprache, Reformation und Konfessionalisierung. 9. Jahrestagung der Gesellschaft für germanistische Sprachgeschichte
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 27. September 2017 - 30. September 2017
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
  • Flexible Schreiber in der Sprachgeschichte. Zensierte Patientenbriefe des 19. Jahrhunderts.
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. September 2017 - 1. September 2020
    Mittelgeber: Elitenetzwerk Bayern
    Wir variieren ständig bei der Verwendung von Sprache. Dabei passen wir uns unterschiedlichen Situationen und Gesprächspartnern an, setzen Sprache gezielt ein, um bestimmte Emotionen und auch Handlungen zu evozieren, verändern – bewusst oder unbewusst – Wortschatz und Grammatik je nach aktueller Stimmung, und zudem wandelt sich auch unser Sprachgebrauch im Laufe der Jahre. Die Nachwuchsforschergruppe überträgt die Beobachtungen der modernen Soziolinguistik zur internen sprachlichen Variabilität in die Sprachgeschichte und stellt sich die Frage, ob auch historische Schreiberinnen und Schreiber sprachliche Flexibilität zeigten. Inwiefern passten sich diese also den erforderlichen schriftsprachlichen Normen unterschiedlicher Textsorten und Verschriftungssituationen an? Waren sie sich dieser Anpassungen bewusst und darüber hinaus auch in der Lage, aktiv ihre Sprachwahl zu steuern? Fokus soll hierbei weniger auf privilegierten und höher gebildeten Personen liegen denn auf dem Großteil der Bevölkerung, also ‚einfachen Schreibern‘ mit geringerer Schulbildung und bäuerlichen sowie handwerklichen Berufen.

     

    Als Datengrundlage dienen hauptsächlich Briefe und weitere persönliche Dokumente von ehemaligen Patientinnen und Patienten psychiatrischer Anstalten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. In diesen Institutionen, die im Zuge der Institutionalisierung der Psychiatrie im 19. Jahrhundert in großer Anzahl in den deutschen Ländern entstanden sind, herrschte die Praxis, bestimmte Briefe nicht abzuschicken, sondern den Patientenakten beizulegen, wo diese seitdem meist unbeachtet schlummern. Im Forschungsprojekt widmen wir uns diesen Briefen aus interdisziplinärer Perspektive und erstellen zunächst ein elektronisches und frei zugängliches Briefkorpus mit Material aus Süddeutschland (psychiatrische Anstalt Irsee/Kaufbeuren), Norddeutschland und Großbritannien (siehe http://copadocs.de). Dieses untersuchen wir anschließend hinsichtlich der Hypothese, dass auch ‚einfache Schreiber‘ sich bewusst für den Einsatz unterschiedlicher sprachlicher Register und damit auch unterschiedlicher (Bündel von) Varianten entscheiden konnten.

     

    Das Forschungsprojekt entwickelt dabei Methoden zur Kombination funktionaler mit strukturellen Herangehensweisen an sprachliche Variation und schließt an eine integrative Theoriebildung in der Variationsforschung an. Die Spezifik dieses Korpus erlaubt es darüber hinaus, den Einfluss von Alter und/oder Krankheiten auf den Sprachgebrauch zu analysieren, und leistet dabei Pionierarbeit im Bereich einer Historischen Patholinguistik. Ethische Relevanz erhält das Projekt durch die Untersuchung von Textbewertungen, der Zensurpraxis und der Legitimation von Wissen und Macht – schließlich ergreifen die Patienten mit ihren Erfahrungen im psychiatrischen Kontext nun selbst das Wort, welches ihnen damals verwehrt wurde. Die Nachwuchsforschergruppe besteht aus dem Gruppenleiter sowie sechs Doktoranden, und ist angegliedert an den Elitestudiengang „Ethik der Textkulturen“ der Universitäten Erlangen und Augsburg.

  • Nachwuchsforschergruppe "Der flexible Schreiber in der Sprachgeschichte. Zensierte Patientenbriefe des 19. Jahrhunderts
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. September 2017 - 31. August 2022
    Mittelgeber: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (ab 10/2013)
  • Lyrik des deutschen Mittelalters: Eine elektronische Edition des Minnesangs
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. März 2017 - 28. Februar 2026
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    URL: http://www.ldm-digital.de
    Ein erheblicher Teil des Minnesangs ist mehrfach überliefert. Die intensive texttheoretische und mediengeschichtliche Diskussion der letzten Jahre hat gezeigt, dass die überlieferung in ihrer Varianz unbedingt ernst zu nehmen ist. Diesen Erkenntnisstand konsequent in die Editionspraxis zu überführen, ist das Ziel des Projekts; das Mittel hierzu ist der Ersatz des gedruckten Buches durch die elektronische Edition. Nur diese ermöglicht es, die Texte in ihren unterschiedlichen überlieferungszuständen so aufzubereiten, dass jedem Benutzer genau die Synopse an die Hand gegeben werden kann, die er gerade benötigt. Zudem kann der Text nicht nur in editorisch bearbeiteter Form dargeboten werden, sondern auch in den Gestalten, die wie das Digitalisat und die Transkription unmittelbar an die Handschriften selbst heranführen. Schließlich ermöglicht es die Wahl des elektronischen Mediums, die Texte frei zugänglich zu machen (Open Access). Das Projekt schließt an ein Pionierprojekt an, in dem das editorische Konzept detailliert ausgearbeitet, die verschiedenen Arbeitsabläufe erprobt und die technische Machbarkeit nachgewiesen worden sind. Sein Korpus umfasst den gesamten Minnesang.
  • Germanistische Institutspartnerschaft (Erlangen – Porto Alegre/Pelotas (Brasilien), DAAD)
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2017 - 1. Januar 2020
    Mittelgeber: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
  • Effiziente Simulationsexperimente zur Parameteroptimierung speicherintensiver computerlinguistischer Lernverfahren
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Oktober 2016 - 30. September 2017
    Mittelgeber: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (ab 10/2013)
    Ziel des Projekts ist es, speicherintensive maschinelle Lernverfahren für den Einsatz auf HPC-Clustern zu optimieren, um Simulationsexperimente zur systematischen Parameteroptimierung der Verfahren durchführen zu können. Als prototypischer Anwendungsfall dienen Matrixfaktorisierungen und Deep Learning-Modelle in der distributionellen Semantik.
  • Forschungspartnerschaft zur Komödie im 18. Jahrhundert
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 8. März 2016 - 31. Dezember 2016
    Mittelgeber: Bayerische Forschungsallianz (BayFOR)
  • Longterm Fellow der Research Group "Ethics of Copying" am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) Bielefeld
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Oktober 2015 - 31. Juli 2016
    Mittelgeber: andere Förderorganisation
    URL: https://www.uni-bielefeld.de/(en)/ZIF/FG/2015Copying/
  • Zusatzqualifikation Wirtschaft für Lehramtsstudierende
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Juli 2015 - 31. Dezember 2017
    Mittelgeber: Bayerische Staatsministerien
  • Narrative der Empathie: Tier-Mensch-Begegnungen in Philosophie, Wissenschaft und Literatur 1850-2010
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Mai 2015 - 1. Mai 2018
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    Entgegen rationalistischer Positionen, die die unüberbrückbare Distanz zwischen Mensch und Tier betonen, unterstreichen neuere Untersuchungen zum Tier-Mensch-Verhältnis das Vermögen der Empathie, über die Spezies-Grenze hinweg das Verstehen des Anderen zu ermöglichen. Von diesem Befund ausgehend analysiert das Projekt aus diachroner und systematischer Perspektive Narrative der Empathie im 19. und 20. Jahrhundert. Das Konzept der Empathie erfährt zwar gegenwärtig große Aufmerksamkeit, die Geschichte des Begriffs aber, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht, wird oft kaum beachtet. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wird die empathische Annäherung an das nicht-menschliche Andere, so die These der Arbeit, entgegen rationalistischer Diskurse, die eine scharfe Demarkationslinie zwischen Mensch und Tier behaupten, umfassend theoretisch und praktisch entwickelt. Diese Narrative der Empathie verfolgt das komparatistisch-kulturwissenschaftliche Projekt von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart anhand von philosophischen, wissenschaftlichen und literarischen Texten, die Begegnungen zwischen Menschen und Tieren fokussieren. Gefragt werden soll erstens, inwiefern Narrative der Empathie epistemologische Theorien und anthropologische Grenzziehungen zwischen Humanität und Animalität problematisieren. Hier wird die Frage gestellt, in welcher Weise sich durch die spezifische narrative Inszenierung von empathischen Mensch-Tier-Beziehungen die Speziesgrenze verändert und ob durch den Bruch mit dem rationalistischen Differenzmodell sich alternative Denkräume und Praktiken eröffnen. Zweitens soll das inszenierte empathische Gefühlswissen in Bezug zum zoologischen Wissen der Zeit gesetzt bzw. im Tierdispositiv der Zeit verortet werden. Drittens wird abschließend danach gefragt, welche diachronen Veränderungen sich in Bezug auf das Konzept der Empathie in Mensch-Tier-Beziehungen erkennen lassen und in welcher Weise sich diese zu der jeweiligen narrativen Struktur und poetischen Form der untersuchten Texte verhalten.
  • Historisch-kritische Edition und Kommentar der Werke von Julius Wilhelm Zincgref, Bd. V/2: Deutsche politische Schriften
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2015 - 1. Januar 2018
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    URL: https://zincgref.repositorium.gf-franken.de/
    Im Rahmen der historisch-kritischen Werkausgabe sollen die deutschsprachigen politischen Schriften Julius Wilhelm Zincgrefs erstmals wissenschaftlich ediert und umfassend kommentiert werden. Der bedeutende Heidelberger Autor ist im direkten Umfeld von Martin Opitz und damit im Zentrum der literarischen Reformbemühungen um 1620/30 angesiedelt. Er fungierte zu seiner Zeit als einer der wichtigsten Vermittler literarischer Formen aus den 'fortschrittlicheren' romanischen Kulturen in die noch 'unterentwickelte' deutschsprachige Bildungsliteratur. Das Korpus besteht aus Texten geringeren Umfangs zu unterschiedlichen, i.d.R. aktuellen Themen von öffentlichem Interesse, die - deskriptiv, satirisch, polemisch oder auch appellativ - politische und militärische Ereignisse bzw. kulturelle und soziale Prozesse der Frühphase des Dreißigjährigen Krieges in Augenschein nehmen. Damit rücken sie die 'politische' Dimension des Zincgrefschen Schaffens in den Mittelpunkt, die von der Wissenschaft bisher nur unzureichend wahrgenommen worden ist. Die Flugblätter und Flugschriften dokumentieren die Positionierungen eines an der Schwelle zwischen späthumanistischer und frühbarocker Periode angesiedelten Autors zu zentralen Ereignissen seiner Zeit, der - anders als die meisten seiner kanonisierten (nämlich lutherischen) Zeitgenossen - eine dezidiert reformierte Sicht auf die Dinge vertritt. Im Unterschied zum gängigen zeitgenössischen Kleinschrifttum wurden die Politica Zincgrefs zeitgenössisch breit rezipiert, was sich nicht zuletzt in der mehrfachen (z.T. vielfachen) Auflage und entsprechenden inhaltlichen und formalen änderungen und Anpassungen innerhalb der einzelnen Ausgaben niederschlug. Zincgrefs Politica zeigen die große Spannbreite literarischer Genres und Verfahren sowie frühjournalistischer Darstellungsweisen und rhetorischer Muster, die einem akademisch gebildeten und in der gelehrten Welt etablierten Schriftsteller zur Verfügung standen. Sie wurden wirkungspoetisch kalkuliert in informativer, polemischer und persuasiver Absicht eingesetzt. Aufgrund ihrer Anspielungsdichte bedürfen die Texte dringend einer detaillierten Kommentierung und Kontextualisierung, die nicht nur literaturgeschichtliche, sondern darüber hinaus auch historische Spezialkenntnisse erfordert. Methodisch orientiert sich das editorische Vorhaben am Muster der drei bislang erschienenen, von der DFG geförderten Bände der Werkausgabe. Neu ist der Einsatz des Stilometrieverfahrens, das durch eine quantitative Stilanalyse die Möglichkeit eröffnet, nichtautorisierte Schriften mit höherer Wahrscheinlichkeit einem Verfasser zuzuschreiben. Der Anwendung dieses EDV-gestützten Verfahrens (in Zusammenarbeit mit dem Würzburger Lehrstuhl für Computerphilologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte) kommt insofern Modellcharakter zu, als seine Leistungsfähigkeit bislang noch nicht an Texten der Frühen Neuzeit erprobt werden konnte.
  • Manuskript, Buch, Makulatur. Zur Materialität des Schreibens und Publizierens um 1800
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Oktober 2013 - 30. September 2015
    Mittelgeber: Stiftungen
  • Entwicklung einer Textclustering-Software für die Auswertung von Meinungsumfragen mit RogTCS
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 3. Juni 2013 - 3. Juni 2016
    Mittelgeber: Industrie
    URL: https://www.rogator.de/software/textanalysesoftware/
    Gegenstand des Projekts ist die Erprobung verschiedener computerlinguistischer Verfahren zur halbautomatischen Auswertung offener Fragen in Meinungsumfragen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Identifikation wichtiger Themen (topic analysis), die Erkennung positiver, negativer und neutraler Bewertungen (polarity detection) sowie die Visualisierung der automatischen Auswertungen. Die eingesetzten Verfahren sind weitgehend sprachunabhängig und werden im Rahmen des Projekts auf deutsche und englische Textdaten angewendet.
  • Lyrik des hohen Mittelalters. Eine exemplarische elektronische Edition
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Mai 2013 - 31. Dezember 2015
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    Ein erheblicher Teil der Lyrik des deutschen Mittelalters ist mehrfach überliefert. Die intensive texttheoretische und mediengeschichtliche Diskussion der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Überlieferung in ihrer Varianz unbedingt ernst zu nehmen ist. Diesen Erkenntnisstand konsequent in die Editionspraxis zu überführen, ist das Ziel des Projekts; das Mittel hierzu ist der Ersatz des gedruckten Buches durch die elektronische Edition. Nur diese ermöglicht es, die Texte in ihren unterschiedlichen Überlieferungszuständen so aufzubereiten, dass jedem Benutzer genau die Synopse an die Hand gegeben werden kann, die er gerade benötigt. Zudem kann der Text nicht nur in editorisch bearbeiteter Form dargeboten werden, sondern auch in Gestalten, die wie das Digitalisat und die Transkription unmittelbar an die Handschriften selbst heranführen. Schließlich ermöglicht es die Wahl des elektronischen Mediums, die Texte frei zugänglich zu machen (Open Access). Das Projekt versteht sich also als ein Pionierprojekt, das sowohl die editorischen Standards für eine überlieferungsnahe Lyrikedition als auch deren technische Voraussetzungen erproben will. Die Korpora sind so gewählt, dass sie mit Lied, Leich und Sangspruch das gesamte Gattungsspektrum hochmittelalterlicher Lyrik abdecken und unterschiedliche Autorentypen vertreten. Außerdem liegt der Fokus auf Autoren, deren Texte mehrfach und damit variant überliefert und die bislang nicht oder nur unzureichend ediert sind.
  • (Lese-)Drama der Frühen Neuzeit (1500-1775)
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2013 - 30. September 2017
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    Das Forschungsprojekt befasst sich mit einer medienhistorischen Konstellation in einer kulturgeschichtlichen Umbruchsphase: Es untersucht die Entstehung und frühe Entwicklung des Lesedramas in seiner Beziehung zum sich gleichzeitig professionalisierenden Theater der Frühen Neuzeit. Ausgehend von einem differenzierten Begriff 'Lesedrama' setzt es sich kritisch mit der gängigen Forschungsmeinung auseinander, im Bereich des Dramas herrsche ein Primat der Aufführung und der Dramentext sei nur eine "Schwundstufe" zu diesem. Gezeigt werden soll hingegen, dass gedruckte Dramentexte schon seit der Renaissance als selbstständige Medien, nämlich als 'Lesedramen' mit spezifischen Dispositiven anzusehen sind. Wesentlich für das Verständnis von Dramen der Frühen Neuzeit erscheint insofern ihre Druckperformanz. Denn sie zeigt eine spezifische historisch verortbare ästhetik der in Schrift gesetzten Theaterszene. Bestritten wird dabei nicht, dass beim Lesen von Dramen mögliche Aufführungen antizipiert werden und dass genau darin eine zentrale Rezeptionsweise von gedruckten Schauspielen liegt. In Frage gestellt wird auch nicht, dass durch solche Texte Inszenierungen in gewissem Rahmen archiviert werden können. Durch das Projekt soll aber nachgewiesen werden, dass die ästhetik des gedruckten Buchkunstwerks -- des Textensembles 'Drama' -- in diesen Funktionen nicht aufgeht, schon gar nicht in der Frühen Neuzeit. Gerade die frühen Dramendrucke offenbaren eigene Dispositive und eine Vielzahl spezifischer Gestaltungsmuster, mit denen sie sich als eigene Printgattung präsentieren. Das medien- und kulturgeschichtliche Projekt will nachweisen, dass seit Beginn des Buchdrucks Dramentext und Theateraufführung als aufeinander bezogene Schwestermedien gesehen werden müssen und dass die meisten Dramen der Frühen Neuzeit primär als 'Lesedramen' anzusehen sind, auch wenn sie selbst so nicht genannt wurden.
  • Germanistische Institutspartnerschaft (Erlangen – Porto Alegre/Pelotas (Brasilien), DAAD)
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2013 - 31. Dezember 2016
    Mittelgeber: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
  • Fränkisches Wörterbuch
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2012 - 1. Januar 2015
    Mittelgeber: andere Förderorganisation
    URL: https://www.wbf.badw.de
    Siehe https://www.wbf.badw.de/das-projekt.html
  • Die Fassungen von Wolframs 'Parzival' in Bezug zur Textgenese und zur französischen Vorlage. Eine Ausgabe in synoptischer Form
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Dezember 2011 - 30. November 2017
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    Der Artusroman ›Parzival‹ des Wolfram von Eschenbach gehört zu den bedeutendsten Dichtungen der höfischen Literatur um 1200. Die grundlegende Ausgabe von Karl Lachmann aus dem Jahr 1833, zu ihrer Zeit ein editorisches Meisterwerk, kann gegenwärtigen textkritischen Anforderungen nicht mehr genügen, da sie nur einen Bruchteil der heute bekannten Überlieferungsträger berücksichtigt und die Varianz des mittelalterlichen Textes unzureichend dokumentiert. Um der wissenschaftlichen Gemeinschaft eine solide Neuedition zur Verfügung zu stellen, erarbeitet das Parzival-Projekt deshalb eine gedruckte Gesamtausgabe nach Fassungen, die durch eine elektronische Komponente mit Transkriptionen ergänzt wird. Im Anschluss an einen ersten, durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderten Zeitraum (2008–2011) wird nun im Rahmen eines D-A-CH-Antrags ein Kooperationsgesuch beim SNF und bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht, das seinen Fokus auf die Erforschung und editorische Erschliessung einer Hauptfassung (*m) richtet. Diese soll im Kontext der anderen Fassungen (*D, *G, *T) zur Darstellung kommen. Im Berner Projekt wurde zudem ein Editionskonzept entwickelt, welches die synoptische Darstellung nach Fassungen in einen monoptischen Text überführt, der die Fassungsvarianten in einem Apparat bündelt. Auf diese Weise wird neben der die Überlieferungsvielfalt dokumentierenden Ausgabe in gedruckter und elektronischer Form auch eine konventionelle Edition zur Verfügung gestellt, die auf solider überlieferungsgeschichtlicher Grundlage einen neuen Lesetext bietet.
  • Dilthey Fellowship der VolkswagenStiftung „In & Out & Between. Zur Rahmung in den Künsten“
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. April 2009 - 30. September 2015
    Mittelgeber: Volkswagen Stiftung
  • Kommentierte Bibliographie zu ›Nibelungenlied‹ und Nibelungensage. 1945–2005
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. März 2008 - 31. Oktober 2011
    Mittelgeber: FWF. Der Wissenschaftsfonds
    Ziel des Projekts ist eine kommentierte Bibliographie zur Nibelungenforschung für die Jahre 1945–2005. Erfasst werden sämtliche Abhandlungen (inklusive der ›pseudo-wissenschaftlichen‹ Literatur), die in diesem Zeitraum zu ›Nibelungenlied‹ und weiteren mittelalterlichen Zeugnissen der Nibelungensage publiziert wurden. Die neuzeitliche Rezeptionsgeschichte (z. B. Wagner, Hebbel) wird aus pragmatischen Gründen nicht berücksichtigt. Jeder Forschungsbeitrag wird in einem kurzen Inhaltsreferat vorgestellt und nach behandelten Texten und Themen verschlagwortet. Diverse Indizes sollen den Umgang mit der kommentierten Bibliographie erleichtern. Die Bibliographie wird in Form einer Monographie publiziert, wenn möglich in Verbindung mit einer CD-ROM-Ausgabe. Die Bibliographie soll einen raschen und pragmatischen Überblick zur Nibelungenforschung 1945–2005 vermitteln, die in ihrer Vielfalt und Breite heute für den Einzelnen nicht mehr überschaubar ist. Zudem werden durch die chronologisch gereihten Kurzreferate die forschungsgeschichtlichen Strömungen und Paradigmenwechsel sichtbar. Vor allem aber sollten sich aus der Darstellung der bisherigen Forschungsergebnisse und -trends wesentliche Anregungen für die zukünftige Auseinandersetzung mit den nibelungischen Texten ergeben.
  • Die Melusine des Thüring von Ringoltingen in der deutschen Drucküberlieferung von ca. 1473/74 bis ins 19. Jahrhundert – Buch, Text und Bild
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2007 - 28. Dezember 2012
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    Im Mittelpunkt steht die »Melusine« des Thüring von Ringoltingen als (gedrucktes) Buch, wie es der spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Buchhändler plante, verlegte und vertrieb und wie es der Käufer und Leser in Händen hielt und rezipierte. Arbeitsgrundlage ist die Erfassung, Beschreibung und Analyse der Drucküberlieferung vom Basler Erstdruck des Druckerverlegers Bernhard Richel um 1473/74 bis zum Ende der Volksbuch-Ausgaben in den 1870er Jahren. Die Analyse schreibdialektaler, stilistischer und rhetorischer Kennzeichen, der Art und Funktion der Bilder (Bildzyklen) im Buch und auf dem Titelblatt, ihrer Ikonografie, der Rolle der verschiedenen Bildurheber und Produzenten im Buchherstellungsprozess sowie die Ausstattung und Typografie des Buches, welche die gesamte Materialität des Buchkörpers umfasst, ist das forschungsrelevante Gesamtziel. Über fast vier Jahrhunderte hinweg sollen die Wechselwirkungen zwischen Buchproduktion, Buchgestalt, Textgestalt, Lesen und Leser erschlossen werden. Das Projekt ist interdisziplinär angelegt. Buchwissenschaft (Buchgestaltung, Buchhandel, Publikum und Markt), Lesegeschichte (Layout, Leseweisen und Lektürepraktiken), Sprachgeschichte (Sprachwandel vom 15. bis 19. Jahrhundert, Textorganisation, Druckersprachen) und Kunstgeschichte (Bild- und Mediengeschichte, Text-Bild-Beziehungen, Bild-Lektüre, Transferprozesse) bringen ihre jeweils spezifischen Fragen und Methoden ein.
  • Kausalitätsmarker als Kohärenzmittel und ihre Formalisierung für die automatische Textanalyse
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2007 - 31. Dezember 2009
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    Interdisziplinäres Projekt mit Prof. Stede, Lehrstuhl für Computerlinguistik, Univ. Potsdam
  • Posierende Poeten. Autorinszenierungen vom 18. bis zum 21. Jahrhundert
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2006 - 31. Dezember 2011
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    Das Forschungsprojekt möchte ausgehend von neuerer Autorschaftstheorie auf der einen Seite und aktueller Performanzforschung auf der anderen Selbstinszenierungen von Autoren als spezifische Form von Theatralität (Im Sinne von Fischer-Lichte [2004a]) lesen, die für die literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse genutzt werden kann. Ausgehend von einem erweiterten Textbegriff sollen die Inszenierungen als spezifische Paratexte (Im Sinne von Genette [1992]) zum engeren literarischen, schriftlich fixierten Text desselben Autors verstanden werden. Dieses Modell einer Einbeziehung von Autorinszenierungen in die literaturwissenschaftliche Textanalyse versucht das Projekt an historischen und zeitgenössischen Fallbeispielen exemplarisch zu erproben, so dass am Ende ¿ neben einer neuen Theorie der Selbstinszenierung von Autorschaft ¿ auch eine kleine Geschichte von Autorinszenierungen vom 18. bis zum 21. Jahrhundert entsteht. Der Beginn des Untersuchungszeitraums orientiert sich am Entstehen des literarischen Marktes, der literarischen Öffentlichkeit und des neuen, sich selbst organisierenden Literatursystems (Vgl. etwa S. J. Schmidt [1989]).
  • Literarischer Untergrund. Schriftstellerische Produktion in nichtakademischen Milieus des 17. bis 19. Jahrhunderts
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2005 - 31. Dezember 2025
    Mittelgeber: Fritz Thyssen Stiftung
    URL: https://untergrund.repositorium.gf-franken.de/
    Der Bestand an deutscher Literatur, der im Licht heutiger literaturwissenschaftlicher Forschung als kanonisiert gilt, stammt bis weit ins 19. Jahrhundert hinein im Wesentlichen von männlichen protestantischen Angehörigen der akademischen Bildungsschicht, die durch eben diesen Hintergrund über einen relativ homogenen Wissens- und Wertungshorizont verfügten. Dabei trifft man bei unvoreingenommener Auswertung der schriftstellerischen Produktion auch zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert auf eine überraschend hohe Zahl von Autoren, die trotz fehlender höherer Schul- oder gar Universitätsbildung produktiv am literarischen Leben teilnahmen. Sie verfaßten und publizierten Texte aller denkbaren Gattungen, die sich zum Teil an den Konventionen der „Bildungsliteratur“ orientierten, zum Teil aber inhaltlich und formal auch eigenen, alteritären Traditionen folgten.

    Das Forschungsprojekt soll zum einen die Entstehensbedingungen und Funktionen literarischer Werke rekonstruieren, die in bildungsfernen Milieus entstanden sind („Sitz von Literatur im Leben“). Zum anderen sollen die Formen, rhetorischen Verfahren und Kunstmittel analysiert und die immanente Poetik derartiger Literatur beleuchtet werden.

    Anstatt der in der Literaturwissenschaft bislang gängigen Opposition zwischen ‘Gelehrtenliteratur’ und ‘Volksliteratur’ bzw. ‘populärer Literatur’ wird dabei ein Milieu-Modell angewandt, das auf sozial- und bildungsgeschichtlichen Quellen basiert und eine angemessenere Binnendifferenzierung auch nichtintellektueller Autorenkreise erlaubt. Milieus werden durch eine Vielzahl korrelierender Elemente (neben Geburts- und Rechtsstand auch Konfession und Bildungsgang, Beruf und Status, Vermögen, soziale und politische Loyalitäten etc.) bestimmt; zentral für die literarische Produktion scheinen dabei v.a. die Stufungen der Teilhabe an der „Bildungstradition“ zu sein, d.h. Wissensinhalten und Formvorschriften, die im akademischen Unterricht vermittelt wurden.

    Ein solcher Ansatz erlaubt es einmal, relativ direkte Interdependenzen zwischen der Rhetorizität der Texte und ihren außerliterarischen Kontexten aufzudecken. Er ermöglicht zum anderen einen differenzierteren Blick auf die Literaturhistorie, die nur scheinbar durch den heute konsekrierten „Mainstream“, tatsächlich aber durch mehrere „literarische Kulturen“ geprägt war, die in komplexer Gemengelage nebeneinander existierten und jeweils über bestimmte Trägerschichten und Geltungsbereiche verfügten.

    Teilprojekte:

    • Werkausgabe Wilhelm Weber (abgeschlossen)

    • Poetische Neujahrswünsche

    • Lob des Handwerks

  • Germanistische Institutspartnerschaft mit der Ivan Franko Universität Lwiw (Lemberg) in der Ukraine
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. August 2004 - 31. Dezember 2017
    Mittelgeber: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
    Die Ziele des GIP-Programms waren die
    Stärkung und der Ausbau der dortigen Germanistik, die Ergänzung und
    Modernisierung der Lehre, die Unterstützung der Curriculum-Reform in der Ukrainischen
    Germanistik, die Förderung junger ukrainischer WissenschaftlerInnen, die
    Weiterbildung ukrainischer GermanistInnen, gemeinsam durchgeführte
    Forschungsvorhaben, die Förderung des Studierendenaustausches, die Integration
    der Lwiwer Germanistik in die europäische Fachkultur und eine verbesserte
    Außendarstellung der Lwiwer Germanistik. Diese Ziele sind im Projektzeitraum
    weitgehend erreicht worden. Es gab einen personellen Austausch mit etwa 50
    Reisen von fast 25 Dozenten nach Lwiw, ca. 60 ukrainischen Doktoranden nach
    Erlangen, über 60 Reisen von Dozenten nach Erlangen sowie fast 50 mehrwöchige
    Aufenthalte Studierender in Erlangen und von 20 Tutoren in Lwiw. Darüber hinaus
    ist die dortige germanistische Bibliothek zu einer landesweit führenden
    ausgebaut worden, ist moderne Hardware geliefert worden, sind in Kooperation
    aktuelle Lehrwerke erstellt worden und sind zahlreiche Stipendien an Nachwuchswissenschaftler
    durch andere Geldgeber unterstützt worden. 
  • Retrodigitalisierung des "Corpus der altdeutschen Originalurkunden bis zum Jahr 1300"
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2002 - 31. Dezember 2004
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    URL: http://tcdh01.uni-trier.de/cgi-bin/iCorpus/CorpusIndex.tcl
  • Wortbildung in der deutschen Urkundensprache des 13. Jahrhunderts - das Verb
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 2002 - 15. September 2006
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    Das Projekt soll einen Beitrag zur Erforschung der mittelhochdeutschen Wortbildung leisten. Es stellt zugleich einen wesentlichen Baustein zur Beschreibung der mittelhochdeutschen Grammatik auf der Grundlage der lange Zeit vernachlässigten Prosatexte dar. Für die drei Hauptwortarten Substantiv, Verb und Adjektiv erfolgt eine systematische historisch-synchrone Analyse der derivativen Wortbildung. Die Untersuchung basiert auf dem 'Corpus der altdeutschen Originalurkunden bis zum Jahr 1300' und gliedert sich in einen methodisch-theoretischen Teil und einen empirischen Teil. In der Wortbildungsanalyse werden zunächst die morphologischen Typen der Substantiv-, Adjektiv- und Verbderivation, sodann die Funktionstypen und Funktionsklassen beschrieben und schließlich mit dem frühneuhochdeutschen und gegenwartssprachlichen Wortbildungssystem verglichen, um somit Aufschluß über Entwicklungstendenzen in diesen Bereichen der deutschen Wortbildung zu erhalten.
  • Wortbildung in der mittelhochdeutschen Urkundensprache - das Substantiv und das Adjektiv
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 16. August 2001 - 15. September 2006
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Adjektivderivation im Nürnberger Frühneuhochdeutsch um 1500
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 1997 - 31. Dezember 2000
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Deutsche Lexikographie des 16. Jahrhunderts
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 1991 - 31. Dezember 1995
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Wortbildung des Nürnberger Frühneuhochdeutsch um 1500
    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Laufzeit: 1. Januar 1985 - 31. Dezember 1990
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

  • Komplexität literatischer Werke aus stilometrischer Sicht im Digital Humanities-Zentrum KALLIMACHOS
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: KALLIMACHOS – Zentrum für digitale Edition und quantitative Analyse an der Universität Würzburg
    Laufzeit: 1. Oktober 2017 - 30. September 2019
    Mittelgeber: BMBF / Verbundprojekt

    Im Rahmen dieses Teilprojekts entwickelt der Lehrstuhl für Korpus- und Computerlinguistik robuste Maße für lexikalische Komplexität, erweitert den Komplexitätsbegriff über die gängige vocabulary richness hinaus und implementiert die Ergebnisse in einer
    frei verfügbaren stilometrischen Toolbox.

  • Verbundprojekt: Parerga und Paratexte - Wie Dinge zur Sprache kommen. Praktiken und Präsentationsformen in Goethes Sammlungen Teilprojekt: Paratexte und Dinge
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: Parerga
    Laufzeit: 1. April 2015 - 31. März 2018
    Mittelgeber: BMBF / Verbundprojekt
  • Korpuslinguistische Methoden und statistische Auswertungen im Digital Humanities-Zentrum KALLIMACHOS
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: KALLIMACHOS – Zentrum für digitale Edition und quantitative Analyse an der Universität Würzburg
    Laufzeit: 1. Oktober 2014 - 30. September 2017
    Mittelgeber: BMBF / Verbundprojekt
    URL: http://www.kallimachos.de/
    In diesem Teilprojekt soll das Verständnis für die mathematischen Eigenschaften der literarischen Autorschaftsattribution mit stilometrischen Abstandsmaßen verbessert werden. Außerdem ist die Trennung von Autor-, Gattungs- und Epochensignal in stilometrischen Analysen von großem Interesse, da dies wiederum der Zuverlässigkeit einer automatischen Genreklassifikationen nutzen könnte. Darüber hinaus sollen zuverlässige statistische Methoden zur Signifikanzüberprüfung der festgestellten Entwicklungen ausgearbeitet, implementiert und erprobt werden.
  • Bearbeitung des Buchs "Jesus Sirach" in der Luther-Bibel 1984
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Titel des Gesamtprojektes: Überarbeitung der Luther-Bibel 1984
    Laufzeit: 31. März 2011 - 31. Dezember 2015
    Mittelgeber: andere Förderorganisation

  • Wissenschaftliches 'Netzwerk (DFG): „Empirisierung des Transzendentalen“. Epistemologische Voraussetzungen und Erscheinungsformen der ‚ästhetischen Moderne‘ in Wissenschaft, Literatur und Kunst um 1900
    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Gesamtprojekt)
    Laufzeit: 1. Mai 2014 - 31. Dezember 2017
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    URL: http://www.empirisierung-des-transzendentalen.de/

    Ab 1850 kommt es zu einer Destabilisierung des Erkenntnismodells des Deutschen Idealismus, die sich zeitgleich auf unterschiedlichen Wissensfeldern bemerkbar macht: Sinnesphysiologie, Kulturanthropologie, Sprachwissenschaft. Überall wird die Beantwortung der Frage nach den ‚Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis‘ der philosophischen Erkenntnistheorie entzogen und an die Erfahrungswissenschaften delegiert. Wenn der Erkenntnisapparat nun aber selbst als ein empirischer Sachverhalt behandelt wird, nicht mehr als transzendentales Apriori, dann bedeutet dies für die Akteure um 1900, dass zunehmend auch seine Kontingenz in Rechnung zu stellen ist. Kunst und Literatur der Zeit nehmen an diesem Problem regen Anteil, verhandeln es nicht nur auf der Ebene der Information, sondern ebenso in neuartigen künstlerischen Fakturen. Auf diese Weise werden sie zum Reflexionsmedium, aber sie partizipieren auch an der Genese neuer – skeptischer, sprachpragmatischer oder evolutionärer – Erkenntnismodelle um 1900.

    Das Netzwerk untersucht in seinen 30 Teilprojekten diesen Problemzusammenhang. Es bringt 15 Forscherinnen und Forscher aus fünf Disziplinen (Literaturwissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte/Bildwissenschaft, Sprachwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte) und sechs Nationen unter der Fragestellung zusammen: Auf welche Weise wird die empirische Untersuchung der menschlichen Erkenntnisbedingungen von 1850 bis 1920 in den Wissenschaften und Künsten reflektiert, wie hängt sie mit der Herausbildung der ‚ästhetischen Moderne‘ zusammen und welchen Beitrag leisten Kunst und Literatur zur Genese neuer Erkenntnismodelle?

    Über die Jahre 2014 bis 2017 finden fünf Workshops an vier verschiedenen Universitäten und Zentren statt. Gefördert wird das Netzwerk von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

     

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  • Poetiken des Parasitären
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. Januar 2019 - 1. Januar 2022
  • Arktisprimitivismus
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. April 2017 - 1. April 2020
  • Mehrsprachigkeit und Migration
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. Januar 2016 - 1. Januar 2019
  • Grammatische Terminologie
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. Januar 2016 - 1. Januar 2019
  • Englisches Konstruktikon
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. Januar 2016 - 1. Januar 2019
  • Ethisches Erzählen. Zur Kultur- und Funktionsgeschichte narrativer Formen.
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. Oktober 2015 - 1. Oktober 2018
    Die Kulturpraxis des Erzählens dient seit Menschengedenken nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der narrativen Problembewältigung, der Normbildung (bzw. ihrer Subversion) und der Verständigung über ethische Fragen. In dieser funktionsgeschichtlichen Perspektive sollen verschiedene einschlägige Erzählgattungen der Neuzeit (gegebenenfalls unter Rückgriff auf antike und mittelalterliche Grundmuster) neu beleuchtet und jeweils in historisch spezifische gesellschaftliche Kontexte gestellt werden. Dabei werden thematische Schwerpunktbildungen ebenso eine Rolle spielen wie etwa medienhistorische (Mündlichkeit/Schriftlichkeit), diskursgeschichtliche (religiöse, philosophische, juristische, mentalitätshistorische Kontexte) und literatursoziologische Aspekte. Die Studie gliedert sich nach Erzählgattungen, deren thematische Fokussierungen, narrative Strategien, gesellschaftliche Funktionen und ethische Dimensionen jeweils diachron untersucht werden. Die Kapitel zum Mythos, zur Novelle und zum Roman sind schon weitgehend konzipiert und gedanklich ausgearbeitet; die Kapitel zum Epos, zur Fabel und zu modernen Kurzformen des Erählens müssen noch konkretisiert werden.

     

  • Arbeitsgruppe Diversität historisch
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. Januar 2013 - 1. Januar 2016
    „Diversity“ hat Konjunktur. In den Massenmedien taucht der Begriff in den letzten Jahren regelmäßig im Zusammenhang mit wirtschaftlichen und bildungspolitischen Fragestellungen auf. Dabei geht es insbesondere um die Gleichstellung von Mann und Frau, Inklusionsfragen sowie um Vor- und Nachteile von Diversität bei der Zusammenstellung von Teams oder Schulklassen. Häufig wird dabei die Auffassung vertreten, dass Verschiedenheit hinsichtlich der Kategorien Alter, Geschlecht, Ethnie, Religion oder sexuelle Orientierung grundsätzlich anzuerkennen und konstruktiv zu nutzen sei. Im Gegensatz zu einem solch normativen Verständnis verwenden wir „Diversität“ als einen heuristischen Begriff, der ein historisch wandelbares System von Differenzierungen bezeichnet.

    Die Auseinandersetzung um „diversity“ wurde in den vergangenen Jahren auch verstärkt in der wissenschaftlichen Debatte aufgegriffen. Eine Grundüberlegung des sozial- und kulturwissenschaftlichen Diskurses ist, dass Konstruktionen von Differenz oft zu sozialer Diskriminierung führen, „diversity“ hingegen das Ziel sozialer Gleichheit bei Anerkennung von ethnischer, religiöser und geschlechtlicher Vielfalt beinhalte.

    Anknüpfend an diese Debatte diskutieren wir im Rahmen einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, welche historischen Konstellationen von Diversität es gab und welche Konsequenzen diese hatten. Dabei gehen wir davon aus, dass Diversität gesellschaftlich konstruiert wird und damit historischem Wandel unterliegt. Dies geschieht durch Akte der Zuschreibung, die Differenzen erzeugen. Dabei wird davon ausgegangen, dass keine der Differenzkategorien in der Praxis für sich stehen kann, sondern diese im Verhältnis zueinander wirksam werden. Der Akt der Zuschreibung kann durch intentionale und nicht-intentionale soziale Praktiken geschehen. Indem wir Diversität als Beschreibungskategorie und nicht als politisches Ziel verstehen, wird der Begriff für historisch argumentierende Analysen nutzbar.

     

  • Historische Dimensionen des Ich-Erzählens
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. Oktober 2011 - 30. September 2018
  • Athena Norica - Altdorfer Universitätsgeschichte
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. Januar 2007 - 31. Dezember 2027
  • WSK-1 Grammatik: Formenlehre und Syntax. Ein Lern- und Konsultationswörterbuch
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. April 2005 - 31. März 2020
    WSK-1 wird innerhalb der Fachwörterbuchreihe „Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft“ in zwei Teilbänden (Formenlehre, Syntax) von Stefan J. Schierholz und Pál Uzonyi herausgegeben. Es handelt sich um ein alphabetisches und teilbilingualisiertes terminologisches Fachwörterbuch, das als Adressaten in erster Linie Studierende sieht und bei der Textrezeption und fachbezogenen Information behilflich sein soll. Von insgesamt ca. geplanten 4500 Artikeln sind über 4000 Artikel bereits online erschienen. 
  • Konnektoren des Deutschen
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. Januar 2003 - 31. Dezember 2014
    URL: http://www1.ids-mannheim.de/projekte/abgeschlossen.html
  • Die portugiesischen Äquivalentangebote zur Terminologie im "Wörterbuch zur Lexikographie und Wörterbuchforschung" (WLWF)
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. August 1999 - 31. Oktober 2019
    Das „Wörterbuch zur Lexikographie und Wörterbuchforschung“ ist ein
    Spezialwörterbuch im Fach, das sich an Experten wendet und bei dem die Lemmata in
    neun Sprachen übersetzt werden. Zusammen mit Prof. Dr. Rute Costa (Lissabon)
    wird seit 1999 die Terminologie für das Portugiesische neu entwickelt. Ein
    Fachwörterbuch zur Wörterbuchforschung gibt es im Portugiesischen bisher nicht.
    In der Terminologie wird nahezu vollständig Neuland betreten. Bislang sind zwei
    Bände (A-C, E-H) erschienen. Die Buchstabenstrecken I - Z sowie sämtliche Register werden in 2019 publiziert. Das Projekt ist damit nach zwanzig Jahren erfolgreich abgeschlossen.
  • Alba Amicorum - Erforschung und Dokumentation
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. März 1995 - 31. Dezember 2027
  • Konstruktionen zur Valenz der Substantive
    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Laufzeit: 1. Januar 1995 - 31. Dezember 2015
    Ausgehend von dem internationalen Forschungsprojekt
    „Regierte Präpositionen“ (mit der Universidade Nova de Lisboa (Portugal); Förderung
    durch den DAAD) ist von 1996 bis 1998 das Forschungsprojekt
    „Präpositionsvalente Substantive. Trilinguale Grundlagenforschung zum
    Deutschen, Englischen und Portugiesischen“ (Förderung durch das Thüringische
    Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur) geleitet worden. In der
    Projektarbeit sind auf der Basis umfangreicher deutschsprachiger Textcorpora etwa
    9000 Substantive, die eine oder mehrere Präpositionen regieren können, zusammen
    mit den notwendigen syntaktischen, semantischen und stilistischen Angaben sowie
    ausgewählten Belegen extrahiert worden. Von 2007 bis 2015 sind die Daten zum
    Deutschen ergänzt, überarbeitet und aktualisiert worden. Als Resultat stehen zu
    1702 Substantiven, die Präpositionen regieren, ausgewählte lexikographische Angaben
    auf dem Erlanger Portal ERLINGO (Erlanger Linguistik Online; http://www.erlanger-linguistik-online.uni-erlangen.de/). Die Adressaten sind in erster Linie Fremdsprachler, da es vergleichbare
    Daten zur Valenz von Substantiven des Deutschen weder in Lernerwörterbüchern
    noch in Online-Informationssystemen gibt. Ein Ausbau des Datenangebots ist
    vorgesehen.