30. September 2021: Vor ‚Novalis‘ Friedrich von Hardenbergs Jugendnachlass 1788-1791: Kontexte, Korpus, Konsequenzen

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Schon bevor Friedrich von Hardenberg Ende der 1790er Jahre zu dem Romantiker ‚Novalis‘ wird, war er literarisch überaus aktiv. Die größtenteils zwischen 1788 und 1790 entstandenen ca. 300 Gedichte,
Versepen- und Dramenentwürfe, kleineren Erzähltexte, Essays und Übersetzungen aus dem Jugendnachlass sind dabei in mehrfacher Hinsicht sehr aufschlussreich. Sie geben etwa Auskunft über Prozesse und Institutionen einer repräsentativen intellektuellen Sozialisation der Zeit – auch, aber nicht nur über die eines der bedeutendsten Autoren um 1800. Sie lenken den Blick zudem mitten hinein in die Synthesen und Spannungen des 18. Jahrhunderts, stellen Erkenntnisse zu untergründigen Verbindungen und Kippfiguren zwischen Spätaufklärung und Romantik in Aussicht. Desweiteren verspricht die Beachtung des Korpus – mit all den später für den Autor (scheinbar) so untypischen Interessen, Themen und Gattungen – allerlei frische Begründungs-, Motiv- und Deutungszusammenhänge innerhalb des Gesamtwerks sowie neue Bezüge zu epochalen Kontexten. Und schließlich lässt die Überlieferungs-und Editionsgeschichte dieser Texte vielversprechende Perspektiven auf das sich wandelnde ‚Nachlassbewusstsein‘ und die Fachgeschichte der Germanistik erwarten. Erweitert man somit den Blick auf das vorromantische Œuvre Hardenbergs, lässt sich auch bei einem Autor, dessen Werk in den wesentlichen Zügen als aufgearbeitet erscheinen könnte, im Wortsinne des Pseudonyms ‚Novalis‘ immer noch in vielerlei Hinsicht ‚Neuland bestellen‘.

Die interdisziplinäre Tagung wird bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus vier Nationen zusammen, um das Korpus, die Kontexte und die Konsequenzen des Jugendnachlasses Hardenbergs gemeinsam zu erforschen. Gefördert wird sie von der Fritz Thyssen Stiftung und von BildungEvangelisch.

Flyer

Die Veranstaltung findet digital via Zoom statt. Melden Sie sich bei Interesse gerne beim Veranstalter (benjamin.specht@fau.de), damit Sie den Zoom-Link erhalten. Sie sind herzlich eingeladen!

Zeit: 30.9. bis 2.10.2021

Organisation: Benjamin Specht