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Lit/LitG AM: Dorfgeschichten des 19. Jahrhunderts

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.

  • Do 8:30-10:00, Raum B 302 ICS

Inhalt

Die Dorfgeschichte des 19. Jahrhunderts ist als literarische Form das Resultat einer Krisenerfahrung. Berthold Auerbach als Begründer der Tradition siedelt das Geschehen seiner Erzählungen im Schwarzwald an und wählt damit einen von den Umbrüchen der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts noch unberührten Ort. Die Dorfbewohner leben aber nicht in einer weltfernen Abgeschiedenheit, sondern sie machen Erfahrungen mit der Modernisierung (Industrialisierung) und mit der Fremde (Auswanderungsbewegung). Diese Erfahrungen wirken auf den Kosmos Dorf zurück. Die Texte Auerbachs und seiner Nachfolger schwanken in ihrer Zielsetzung zwischen Zeitanalyse und Heimattümelei. An ausgewählten Beispielen werden wir die charakteristische Merkmale in der Gestaltung der Erzählungen und zentrale Topoi herausarbeiten und die Kontexte rekonstruieren, auf die die Erzählungen zu beziehen sind. Darunter sind Berthold Auerbach: Schwarzwälder Dorfgeschichten (1843), Adalbert Stifter: Das Haidedorf (1840), Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche (1842), Otto Ludwig: Die Heiterethei und ihr Widerspiel (1857), Gottfried Keller: Romeo und Julia auf dem Dorfe (1856), Marie von Ebner-Eschenbach: Krambambuli (1883), Ludwig Anzengruber: Der Sternsteinhof (1885.

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Erwartete Teilnehmerzahl: 25