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VM: Privat - sozial - national. Tendenzen der deutschsprachigen Literatur zwischen Romantik und Realismus (1830-1860)

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Die Literaturgeschichtsschreibung hat die Phase der deutschsprachigen Literatur zwischen 1830 und 1860 oft stiefmütterlich oder jedenfalls diffus behandelt. In der Tat handelt es sich um eine Zeitspanne, in der sich zahlreiche Strömungen überlagern: Romantik, Biedermeier, Vormärz, Junges Deutschland, der beginnende Realismus (mit spezifischen Entwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz). Im Hintergrund steht dabei immer die Hochblüte von Klassizismus, Romantik und deutschem Idealismus, an der sich die Autoren abzuarbeiten versuchen. Friedrich Sengle hat in seiner maßgeblichen Studie zur „Biedermeierzeit: Deutsche Literatur im Spannungsfeld zwischen Restauration und Revolution 1815-1848“ den Versuch unternommen, die verschiedenen Richtungen unter einem Oberbegriff zusammenzuführen – dieser Ansatz weist allerdings Lücken auf und hat sich terminologisch und inhaltlich bis heute nicht wirklich durchgesetzt. Jüngst unternahm der Germanist Peter Sprengel einen erneuten Vorstoß zur Beschreibung der komplexen, widersprüchlichen Literaturlandschaft zwischen 1830 und 1870, wobei eben das Datum 1848 (zu Recht) nicht als Epochengrenze, sondern als Markstein innerhalb eines Kontinuums betrachtet wird. Das Seminar versteht sich als elementarer Beitrag zum Studium der deutschsprachigen Literaturgeschichte und setzt es sich zum Ziel, verschiedene Facetten dieser spannenden Epoche problemorientiert zu beleuchten: Was sind die zentralen Themen? Wie reagieren die verschiedenen Strömungen auf die politischen, sozialen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer Zeit? Welcher Stellenwert und welche Aufgabe wird der Literatur zugeschrieben? Wie verhalten sich die verschiedenen Tendenzen zueinander: Rückzug ins Private; Sozialkritik und Utopie; nationalistischer Aufbruch? Um diese Fragen zu bearbeiten, werden verschiedene Stoßrichtungen und einschlägige Autoren / Texte exemplarisch diskutiert. Im Zentrum steht die genaue Arbeit am Text; zusätzlich werden historische Hintergrundinformationen hinzugezogen. Der Seminarplan wird bis Ende August auf studon hochgeladen.

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Erwartete Teilnehmerzahl: 15