Navigation

VM: Kritik und Utopie. Problemlagen und Ansprüche der deutschsprachigen Literatur nach 1945

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

  • Mo 12:15-13:45

Prerequisites / Organizational information

Die Lehrveranstaltung findet nun leider nicht, wie ursprünglich erhofft, in Form der Präsenzlehre, sondern synchron zur angegebenen Zeit via Zoom statt. Erwartet wird eine Teilnahme mit Bild (die u.a. auch vom Smartphone aus möglich ist), da der nonverbale Kommunikationskanal für eine gelingende Lehrveranstaltung unverzichtbar ist. Selbstverständlich können Sie einen virtuellen Hintergrund verwenden. Stellen Sie bitte rechtzeitig sicher, dass Sie über eine ausreichende Internetverbindung und über ausreichendes Internetvolumen verfügen.

Inhalt

Die deutschsprachige Literatur nach 1945 ist geprägt vom Trauma der historischen Katastrophe: von der Wahrnehmung des Zivilisationsbruchs (Vernichtungsmaschinerie und Genozid; faschistische Gleichschaltung), Zerstörung und Bedrohung (Weltkrieg; Atombombe; Kalter Krieg) und existenzieller Not durch Vertreibung, Hunger, Schuld und persönlichen Verwerfungen. – Die deutschsprachige Literatur reagiert darauf keineswegs einheitlich. Es gibt vielmehr verschiedene Strömungen, die von der Flucht in ahistorische Erbauungs-Literatur über einen gesellschaftskritischen Bestandsaufnahme-Realismus (Kahlschlag, Trümmerliteratur) bis hin zu einem Anschluss an die literarische Moderne mit einer Tendenz zur Hermetik, aber auch zu einer gesellschaftskritisch-utopisch ausgerichteten Suche nach eine ‚neuen Sprache‘ reicht. Zudem muss die Ausprägung des ‚sozialistischen Realismus in der Literatur der DDR berücksichtigt werden. Gemeinsam ist allen, dass sie der Literatur eine herausragende Funktion bei der Bewältigung der gesellschaftlichen Krisenerfahrung einräumen – eine Überzeugung, der heute längst nicht mehr in dieser Weise verbreitet und selbstverständlich ist.
Das Seminar entfaltet dieses Spektrum, indem es die historischen Hintergründe und die Bedingungen des literarischen Lebens in den Blick rückt, programmatische Positionierungen von Autoren diskutiert und anhand ausgewählter Texte verschiedene Themenschwerpunkte und Schreibweisen beleuchtet. Im Zentrum stehen Autorinnen und Autoren wie Günter Eich, Heinrich Böll und Alfred Andersch, Karl Lehmann und Oskar Loerke; Gottfried Benn, Ingeborg Bachmann, Paul Celan und Nelly Sachs; Bertolt Brecht, Peter Huchel und Christa Wolf; Günter Grass, Hans-Magnus Enzensberger und Uwe Johnson.
Ein genauer Seminarplan mit der Angabe der ausgewählten Texte und Schwerpunkte findet sich ab Anfang September auf studon.

Empfohlene Literatur

Literatur zur Vorbereitung: Wilfried Barner (Hg.), Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis zur Gegenwart. München: Beck 1994 (immer noch ein ausgezeichneter Überblick) Christine Lubkoll: Artikel 'Nachkriegsliteratur'. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Gemeinsam mit Georg Braungart, Klaus Grubmüller, Jan-Dirk Müller, Friedrich Vollhardt und Klaus Weimar hg. von Harald Fricke.Bd II, Berlin, New York 2000, S.669-672 (wird auf studon bereitgestellt).

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 25