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LitG AM: Annette von Droste-Hülshoff

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Zeit/Ort n.V.

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„Die Judenbuche“? „Der Knabe im Moor“? Ja, das auch, aber vor allem: unendlich viel mehr. Es gilt eine absolut außergewöhnliche Autorin des 19. Jahrhunderts zu entdecken, die in ihren Texten auf abgründigste Weise die schrecklich reale Alltagswirklichkeit ihres Daseins als adliges, unverheiratetes „Fräulein Nette“ aus streng katholisch konservativer Familie ebenso zur Darstellung bringt wie vor allem, und jetzt kommt es: das Gespenstische, Abseitige, Unheimliche jenseits dieser extrem beengten Welt. Doppelgängertum, Visionär-Geisterhaftes, Verfremdung der Natur durch nahezu mikroskopisch detaillierte Wahrnehmung, Metaphysisches und Geologisches, dazu psychologisch präzise Schilderung von Charakteren ihrer Umgebung und Beobachtungen der Landschaft und einer Welt, die von der Industrialisierung allmählich für immer verändert wird. Das alles findet sich in ihren Texten in großartiger Sprache und mit immer wieder überwältigenden, plötzlichen Sprüngen in erschütternde Selbstbeobachtung. Wer sich einen ersten Überblick über das Leben dieser Ausnahmefigur der deutschen Literaturgeschichte verschaffen möchte, kann das mit einem ca. 20minütigen Radiopodcast des BR Wissen tun (https://www.br.de/mediathek/podcast/radiowissen/annette-von-droste-huelshoff-springen-moecht-ich/33573). Das Feature bringt einige der faszinierendsten Zitate aus Droste-Hülshoffs Texten, lässt den Literaturwissenschaftler Peter von Matt zu Wort kommen und informiert über die Lebensgeschichte des ‚schrecklich gelehrten Frauenzimmers‘ Annette von Droste-Hülshoff, die als junge Frau auf niederträchtige Weise von zwei jungen Männern moralisch diskreditiert wurde und nie heiratete. Einige ihrer beeindruckendsten Texte entstanden unter dem Eindruck ihrer Freundschaft zu dem viel jüngeren Literaten Levin Schücking.

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Erwartete Teilnehmerzahl: 25