Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit systematischem Schwerpunkt

Der Lehrstuhl befasst sich vorwiegend mit systematischen Fragen des Teilfachs und ihrer Kontextualisierung in kulturhistorische Zusammenhänge. Schwerpunkte sind etwa die Editionsphilologie, die sozialgeschichtliche und regionale Einbettung kultureller Phänomene, insbesondere der Frühen Neuzeit, die (historische) Diversitätsforschung und die Gattungsphänomene vor dem Hintergrund sozialer Praktiken des Kulturbetriebs.

  • Internationale wissenschaftliche Veranstaltung: „Schubarts Gedichte“ in Erlangen


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung:
    Laufzeit: 3. April 2025 - 5. April 2025
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
  • Workshop: Umweltethik und Klimagerechtigkeit


    (Projekt aus Eigenmitteln)

    Welche Funktion kommt der Literatur im Kontext von Umweltethik, Klima- und Energiegerechtigkeit zu? Wie imaginiert und repräsentiert Literatur jene Machtstrukturen und industriell-politischen Verflechtungen, welche soziale Ungleichheit und Umweltrassismus nicht nur begünstigen, sondern systematisch ausweiten? Inwiefern die Literatur das Nachdenken über ökokritische Fragen geprägt hat und welche ethischen Aspekte mit diesem Themenfeld verknüpft sind, wurde in der Forschung intensiv diskutiert. Rekurrierend auf Ansätze wie den Posthumanismus wurde die Frage nach menschlicher Verantwortung ausgehend von der Verbindung von Mensch und Tier, aber auch von Maschine und Materie analysiert. Eine wichtige Position in diesen Diskursen nehmen die literarische Reflexion der Klimakrise und die davon ausgehende Forderung nach einer nachhaltigen Lebensweise ein. Speziell in den USA, Kanada und anderen Siedlernationen –hervorgegangen aus dem britischen Imperialismus des 18., 19. und 20. Jahrhunderts – wie Australien und Aotearoa/Neuseeland sind solche Diskurse elementarer Bestandteil indigener antikolonialer Politik um Dekolonisierung. Energie und Extraktion bilden hier den analytischen Kernradikaler Kritiken an neoliberaler Wirtschaftspraxis und damit verbundenen neokolonialen Machtkonfigurationen. 

     

    Ausgehend von diesen Ansätzen diskutiert das DFG-Netzwerk „Energie & Literatur“ vom 25. bis 27. März 2025 an der FAU Erlangen-Nürnberg die Verbindungslinien zwischen Literatur und Diskursen zu Umweltethik und Klimagerechtigkeit und deckt dabei wichtige Schnittstellen von literarischer Arbeit und Aktivismus auf. Am 25. März findet eine öffentliche Abendveranstaltung im Kulturzentrum E-Werk statt. Lesen wird Zara Zerbe aus ihrem Roman „Phytopia Plus“ (2024). An die Lesung schließt sich eine öffentliche Diskussion zum Thema Energie- und Klimagerechtigkeit an.

  • DFG-Netzwerk "Das Wissen der digitalen Literatur"


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung:
    Laufzeit: 1. Dezember 2024 - 30. November 2027
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

    Digitale Literatur – wesentlich mit Computern hervorgebrachte Literatur – hat in den letzten Jahren erheblichen Auftrieb erfahren, wozu sowohl neue Techniken (Künstliche Intelligenz und Natural Language Processing) als auch ein erweitertes literarisches Betätigungsfeld (Soziale Medien) beigetragen haben. Das Netzwerk will die zeitgenössische digitale Literatur auf ihre epistemischen, hermeneutischen und didaktischen Funktionen und Potentiale untersuchen. Ausgangsüberlegung ist dabei, dass in keinem anderen literarischen Feld Fachwissen und Textherstellung so enge Symbiosen eingehen wie in der computergestützten Literaturproduktion. Ihr Erkenntnisinteresse ist oft von einem hohen Grad an ästhetisch vermittelter Medienreflexion geprägt, während ihre Methoden – die in Digitalität vor allem einen textlichen Zustand erkennen – häufig denen der Digital Humanities, Medienarchäologie und KI-Forschung ähnlich sind. Digitale Literatur ist daher, so die These des Netzwerks, bereits vor aller literatur- und medienwissenschaftlichen Analyse und Interpretation selbst schon Wissensproduktion. Was die digitale Literatur weiß – über Literatur und Text wie über Digitalität und ihre Materialität, Medialität und Performanz –, soll daher in enger Verzahnung zwischen künstlerischer Praxis und ihrer Theoriebildung untersucht werden. Dafür braucht es den flexiblen organisatorischen Rahmen eines Netzwerks, an dem neben Wissenschaftler:innen wesentlich auch Praktiker:innen beteiligt sind, zumal gerade im Bereich digitaler Literatur viele Akteur:innen forschend und künstlerisch zugleich tätig sind und somit zwischen Forschung- und Kunstproduktion nicht mehr gewinnbringend unterschieden werden kann. Als medienreflexive Praxis mit multimodalem Output bedarf digitale Literatur zudem zwingend multidisziplinärer Zugänge, weshalb Wissenschaftler:innen aus einer Vielzahl von Feldern (Literatur- und Medienwissenschaft, Digital Humanities, Critical Code Studies, Design Studies, Linguistik, Interface Studies, Künstliche Intelligenz, Wissenschaftsforschung, Informatik, Philosophie, Soziologie) in einen Dialog kommen sollen.

  • Trilaterale Forschungskonferenzen: Hortus europaeus. Lyrikanthologien in Deutschland, Frankreich und Italien vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Konzepte, Transfers und Kanonbildung


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung:
    Laufzeit: 1. November 2024 - 31. Oktober 2026
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    URL: https://hortuseuropa.hypotheses.org/

    Lyrikanthologien der Frühen Neuzeit aus Deutschland, Frankreich und Italien sind zwar bereits vereinzelt zum Gegenstand der Forschung geworden. Allerdings fehlt bisher eine europäische Perspektive, die schon deshalb dringend notwendig ist, weil der Anthologienmarkt auf vielfältige Weise Teil einer europäischen Publikationslandschaft gewesen ist. Dies gilt insbesondere für den Austausch zwischen der deutschen, französischen und italienischen Literatur, der maßgeblich zur Herausbildung und Stabilisierung der jeweiligen Nationalliteraturen beigetragen hat. Das Tagungsprojekt führt damit ins Herz des kulturellen Selbstverständnisses der beteiligten Länder und kann als Modell für eine europäische Literaturgeschichte dienen.

  • Workshop: „Zusammen/Schreiben. Literatursoziologische und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf literarische Gruppen nach 1945"


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung: ,
    Laufzeit: 14. März 2023 - 15. März 2023
    Mittelgeber: Stiftungen, andere Förderorganisation
  • Literatur und Öffentlichkeit in differenten Gegenwartskulturen


    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Gesamtprojekt)
    Projektleitung: ,
    Laufzeit: 1. Oktober 2022 - 30. September 2027
    Akronym: GRK 2806
    Mittelgeber: DFG / Graduiertenkolleg (GRK)
  • Deutsch-ukrainische Übersetzungen in der Gegenwartsliteratur der Ukraine


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung:
    Laufzeit: 15. Juni 2022 - 14. Juni 2023
    Mittelgeber: Volkswagen Stiftung

    Übersetzungen sind ein bis heute zu wenig beachteter, aber konstitutiverBestandteil der Gegenwartsliteratur. Sie prägen in hohem Maße das Verständnisunterschiedlicher Kulturräume, festigen oder relativieren nationale Stereotype,tragen zur Verständigung zwischen den Völkern und Nationen bei und greifen indie öffentliche Verhandlung von Kultur bemerkbar ein. Insofern dient das Projekt der Erforschung einer sich wandelndeneuropäischen Kulturnation in einer gleichzeitig globaler und fragiler werdendenWelt. Zentrales Medium des Kulturaustausches ist die Übersetzung bzw.poetische Übertragung, insbesondere in ihren neuen, zum Teil experimentellenFormen seit der politischen Unabhängigkeit der Ukraine im Jahr 1991.

  • Internationale wissenschaftliche Veranstaltung: "Theaterkultur der Frühen Neuzeit im Alten Reich", Nürnberg 24.03.2022 - 26.03.2022. Tagungsband erscheint demnächst.


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung: , , ,
    Laufzeit: 24. März 2022 - 26. März 2022
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
  • Edmund Edel-Werkausgabe (Editionsprojekt)


    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Projektleitung:
    Laufzeit: seit 1. Januar 2022
  • Artefakte der Avantgarden 1885-2015 - Schlecht gemachte Bücher: Subversive Publikationspraktiken und hybride Artefakte der Neo-Avantgarde im postdigitalen Zeitalter


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung:
    Laufzeit: 1. April 2019 - 30. März 2022
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    URL: http://www.apod.li
  • Germanistische Institutspartnerschaft (Erlangen – Porto Alegre/Pelotas (Brasilien), DAAD)


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung: ,
    Laufzeit: 1. Januar 2017 - 31. Dezember 2022
    Mittelgeber: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
  • Reisen durch die (Un-) Ordnungen des Wissens (Habilitationsprojekt)


    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Projektleitung:
    Laufzeit: seit 1. Oktober 2016
  • Forschungspartnerschaft zur Komödie im 18. Jahrhundert


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung:
    Laufzeit: 8. März 2016 - 31. Dezember 2020
    Mittelgeber: Bayerische Forschungsallianz (BayFOR), Fritz Thyssen Stiftung
  • Historisch-kritische Edition und Kommentar der Werke von Julius Wilhelm Zincgref, Bd. V/2: Deutsche politische Schriften


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung:
    Laufzeit: seit 1. Januar 2015
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    URL: https://zincgref.repositorium.gf-franken.de/
    Im Rahmen der historisch-kritischen Werkausgabe sollen die deutschsprachigen politischen Schriften Julius Wilhelm Zincgrefs erstmals wissenschaftlich ediert und umfassend kommentiert werden. Der bedeutende Heidelberger Autor ist im direkten Umfeld von Martin Opitz und damit im Zentrum der literarischen Reformbemühungen um 1620/30 angesiedelt. Er fungierte zu seiner Zeit als einer der wichtigsten Vermittler literarischer Formen aus den 'fortschrittlicheren' romanischen Kulturen in die noch 'unterentwickelte' deutschsprachige Bildungsliteratur. Das Korpus besteht aus Texten geringeren Umfangs zu unterschiedlichen, i.d.R. aktuellen Themen von öffentlichem Interesse, die - deskriptiv, satirisch, polemisch oder auch appellativ - politische und militärische Ereignisse bzw. kulturelle und soziale Prozesse der Frühphase des Dreißigjährigen Krieges in Augenschein nehmen. Damit rücken sie die 'politische' Dimension des Zincgrefschen Schaffens in den Mittelpunkt, die von der Wissenschaft bisher nur unzureichend wahrgenommen worden ist. Die Flugblätter und Flugschriften dokumentieren die Positionierungen eines an der Schwelle zwischen späthumanistischer und frühbarocker Periode angesiedelten Autors zu zentralen Ereignissen seiner Zeit, der - anders als die meisten seiner kanonisierten (nämlich lutherischen) Zeitgenossen - eine dezidiert reformierte Sicht auf die Dinge vertritt. Im Unterschied zum gängigen zeitgenössischen Kleinschrifttum wurden die Politica Zincgrefs zeitgenössisch breit rezipiert, was sich nicht zuletzt in der mehrfachen (z.T. vielfachen) Auflage und entsprechenden inhaltlichen und formalen änderungen und Anpassungen innerhalb der einzelnen Ausgaben niederschlug. Zincgrefs Politica zeigen die große Spannbreite literarischer Genres und Verfahren sowie frühjournalistischer Darstellungsweisen und rhetorischer Muster, die einem akademisch gebildeten und in der gelehrten Welt etablierten Schriftsteller zur Verfügung standen. Sie wurden wirkungspoetisch kalkuliert in informativer, polemischer und persuasiver Absicht eingesetzt. Aufgrund ihrer Anspielungsdichte bedürfen die Texte dringend einer detaillierten Kommentierung und Kontextualisierung, die nicht nur literaturgeschichtliche, sondern darüber hinaus auch historische Spezialkenntnisse erfordert. Methodisch orientiert sich das editorische Vorhaben am Muster der drei bislang erschienenen, von der DFG geförderten Bände der Werkausgabe. Neu ist der Einsatz des Stilometrieverfahrens, das durch eine quantitative Stilanalyse die Möglichkeit eröffnet, nichtautorisierte Schriften mit höherer Wahrscheinlichkeit einem Verfasser zuzuschreiben. Der Anwendung dieses EDV-gestützten Verfahrens (in Zusammenarbeit mit dem Würzburger Lehrstuhl für Computerphilologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte) kommt insofern Modellcharakter zu, als seine Leistungsfähigkeit bislang noch nicht an Texten der Frühen Neuzeit erprobt werden konnte.
  • (Lese-)Drama der Frühen Neuzeit (1500-1775)


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung:
    Laufzeit: 1. Januar 2013 - 30. September 2017
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)

    Das Forschungsprojekt befasst sich mit einer medienhistorischen Konstellation in einer kulturgeschichtlichen Umbruchsphase: Es untersucht die Entstehung und frühe Entwicklung des Lesedramas in seiner Beziehung zum sich gleichzeitig professionalisierenden Theater der Frühen Neuzeit. Ausgehend von einem differenzierten Begriff 'Lesedrama' setzt es sich kritisch mit der gängigen Forschungsmeinung auseinander, im Bereich des Dramas herrsche ein Primat der Aufführung und der Dramentext sei nur eine "Schwundstufe" zu diesem. Gezeigt werden soll hingegen, dass gedruckte Dramentexte schon seit der Renaissance als selbstständige Medien, nämlich als 'Lesedramen' mit spezifischen Dispositiven anzusehen sind. Wesentlich für das Verständnis von Dramen der Frühen Neuzeit erscheint insofern ihre Druckperformanz. Denn sie zeigt eine spezifische historisch verortbare ästhetik der in Schrift gesetzten Theaterszene. Bestritten wird dabei nicht, dass beim Lesen von Dramen mögliche Aufführungen antizipiert werden und dass genau darin eine zentrale Rezeptionsweise von gedruckten Schauspielen liegt. In Frage gestellt wird auch nicht, dass durch solche Texte Inszenierungen in gewissem Rahmen archiviert werden können. Durch das Projekt soll aber nachgewiesen werden, dass die ästhetik des gedruckten Buchkunstwerks -- des Textensembles 'Drama' -- in diesen Funktionen nicht aufgeht, schon gar nicht in der Frühen Neuzeit. Gerade die frühen Dramendrucke offenbaren eigene Dispositive und eine Vielzahl spezifischer Gestaltungsmuster, mit denen sie sich als eigene Printgattung präsentieren. Das medien- und kulturgeschichtliche Projekt will nachweisen, dass seit Beginn des Buchdrucks Dramentext und Theateraufführung als aufeinander bezogene Schwestermedien gesehen werden müssen und dass die meisten Dramen der Frühen Neuzeit primär als 'Lesedramen' anzusehen sind, auch wenn sie selbst so nicht genannt wurden.

  • Arbeitsgruppe Diversität historisch


    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Projektleitung: , , , , ,
    Laufzeit: seit 1. Januar 2013

    „Diversity“ hat Konjunktur. In den Massenmedien taucht der Begriff in den letzten Jahren regelmäßig im Zusammenhang mit wirtschaftlichen und bildungspolitischen Fragestellungen auf. Dabei geht es insbesondere um die Gleichstellung von Mann und Frau, Inklusionsfragen sowie um Vor- und Nachteile von Diversität bei der Zusammenstellung von Teams oder Schulklassen. Häufig wird dabei die Auffassung vertreten, dass Verschiedenheit hinsichtlich der Kategorien Alter, Geschlecht, Ethnie, Religion oder sexuelle Orientierung grundsätzlich anzuerkennen und konstruktiv zu nutzen sei. Im Gegensatz zu einem solch normativen Verständnis verwenden wir „Diversität“ als einen heuristischen Begriff, der ein historisch wandelbares System von Differenzierungen bezeichnet.

    Die Auseinandersetzung um „diversity“ wurde in den vergangenen Jahren auch verstärkt in der wissenschaftlichen Debatte aufgegriffen. Eine Grundüberlegung des sozial- und kulturwissenschaftlichen Diskurses ist, dass Konstruktionen von Differenz oft zu sozialer Diskriminierung führen, „diversity“ hingegen das Ziel sozialer Gleichheit bei Anerkennung von ethnischer, religiöser und geschlechtlicher Vielfalt beinhalte.

    Anknüpfend an diese Debatte diskutieren wir im Rahmen einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, welche historischen Konstellationen von Diversität es gab und welche Konsequenzen diese hatten. Dabei gehen wir davon aus, dass Diversität gesellschaftlich konstruiert wird und damit historischem Wandel unterliegt. Dies geschieht durch Akte der Zuschreibung, die Differenzen erzeugen. Dabei wird davon ausgegangen, dass keine der Differenzkategorien in der Praxis für sich stehen kann, sondern diese im Verhältnis zueinander wirksam werden. Der Akt der Zuschreibung kann durch intentionale und nicht-intentionale soziale Praktiken geschehen. Indem wir Diversität als Beschreibungskategorie und nicht als politisches Ziel verstehen, wird der Begriff für historisch argumentierende Analysen nutzbar.

     

  • Athena Norica - Altdorfer Universitätsgeschichte


    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Projektleitung:
    Laufzeit: 1. Januar 2007 - 31. Dezember 2027
  • Posierende Poeten. Autorinszenierungen vom 18. bis zum 21. Jahrhundert


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung:
    Laufzeit: 1. Januar 2006 - 31. Dezember 2011
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    Das Forschungsprojekt möchte ausgehend von neuerer Autorschaftstheorie auf der einen Seite und aktueller Performanzforschung auf der anderen Selbstinszenierungen von Autoren als spezifische Form von Theatralität (Im Sinne von Fischer-Lichte [2004a]) lesen, die für die literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse genutzt werden kann. Ausgehend von einem erweiterten Textbegriff sollen die Inszenierungen als spezifische Paratexte (Im Sinne von Genette [1992]) zum engeren literarischen, schriftlich fixierten Text desselben Autors verstanden werden. Dieses Modell einer Einbeziehung von Autorinszenierungen in die literaturwissenschaftliche Textanalyse versucht das Projekt an historischen und zeitgenössischen Fallbeispielen exemplarisch zu erproben, so dass am Ende ¿ neben einer neuen Theorie der Selbstinszenierung von Autorschaft ¿ auch eine kleine Geschichte von Autorinszenierungen vom 18. bis zum 21. Jahrhundert entsteht. Der Beginn des Untersuchungszeitraums orientiert sich am Entstehen des literarischen Marktes, der literarischen Öffentlichkeit und des neuen, sich selbst organisierenden Literatursystems (Vgl. etwa S. J. Schmidt [1989]).
  • Literarischer Untergrund. Schriftstellerische Produktion in nichtakademischen Milieus des 17. bis 19. Jahrhunderts


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung:
    Laufzeit: 1. Januar 2005 - 31. Dezember 2027
    Mittelgeber: Fritz Thyssen Stiftung
    URL: https://untergrund.repositorium.gf-franken.de/

    Der Bestand an deutscher Literatur, der im Licht heutiger literaturwissenschaftlicher Forschung als kanonisiert gilt, stammt bis weit ins 19. Jahrhundert hinein im Wesentlichen von männlichen protestantischen Angehörigen der akademischen Bildungsschicht, die durch eben diesen Hintergrund über einen relativ homogenen Wissens- und Wertungshorizont verfügten. Dabei trifft man bei unvoreingenommener Auswertung der schriftstellerischen Produktion auch zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert auf eine überraschend hohe Zahl von Autoren, die trotz fehlender höherer Schul- oder gar Universitätsbildung produktiv am literarischen Leben teilnahmen. Sie verfaßten und publizierten Texte aller denkbaren Gattungen, die sich zum Teil an den Konventionen der „Bildungsliteratur“ orientierten, zum Teil aber inhaltlich und formal auch eigenen, alteritären Traditionen folgten.

    Das Forschungsprojekt soll zum einen die Entstehensbedingungen und Funktionen literarischer Werke rekonstruieren, die in bildungsfernen Milieus entstanden sind („Sitz von Literatur im Leben“). Zum anderen sollen die Formen, rhetorischen Verfahren und Kunstmittel analysiert und die immanente Poetik derartiger Literatur beleuchtet werden.

    Anstatt der in der Literaturwissenschaft bislang gängigen Opposition zwischen ‘Gelehrtenliteratur’ und ‘Volksliteratur’ bzw. ‘populärer Literatur’ wird dabei ein Milieu-Modell angewandt, das auf sozial- und bildungsgeschichtlichen Quellen basiert und eine angemessenere Binnendifferenzierung auch nichtintellektueller Autorenkreise erlaubt. Milieus werden durch eine Vielzahl korrelierender Elemente (neben Geburts- und Rechtsstand auch Konfession und Bildungsgang, Beruf und Status, Vermögen, soziale und politische Loyalitäten etc.) bestimmt; zentral für die literarische Produktion scheinen dabei v.a. die Stufungen der Teilhabe an der „Bildungstradition“ zu sein, d.h. Wissensinhalten und Formvorschriften, die im akademischen Unterricht vermittelt wurden.

    Ein solcher Ansatz erlaubt es einmal, relativ direkte Interdependenzen zwischen der Rhetorizität der Texte und ihren außerliterarischen Kontexten aufzudecken. Er ermöglicht zum anderen einen differenzierteren Blick auf die Literaturhistorie, die nur scheinbar durch den heute konsekrierten „Mainstream“, tatsächlich aber durch mehrere „literarische Kulturen“ geprägt war, die in komplexer Gemengelage nebeneinander existierten und jeweils über bestimmte Trägerschichten und Geltungsbereiche verfügten.

    Teilprojekte:

    • Werkausgabe Wilhelm Weber (abgeschlossen)

    • Poetische Neujahrswünsche

    • Lob des Handwerks

  • Germanistische Institutspartnerschaft mit der Ivan Franko Universität Lwiw (Lemberg) in der Ukraine


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Projektleitung: ,
    Laufzeit: 1. August 2004 - 31. Dezember 2017
    Akronym: GIP
    Mittelgeber: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

    Die Ziele des GIP-Programms waren dieStärkung und der Ausbau der dortigen Germanistik, die Ergänzung undModernisierung der Lehre, die Unterstützung der Curriculum-Reform in der UkrainischenGermanistik, die Förderung junger ukrainischer WissenschaftlerInnen, dieWeiterbildung ukrainischer GermanistInnen, gemeinsam durchgeführteForschungsvorhaben, die Förderung des Studierendenaustausches, die Integrationder Lwiwer Germanistik in die europäische Fachkultur und eine verbesserteAußendarstellung der Lwiwer Germanistik. Diese Ziele sind im Projektzeitraumweitgehend erreicht worden. Es gab einen personellen Austausch mit etwa 50Reisen von fast 25 Dozenten nach Lwiw, ca. 60 ukrainischen Doktoranden nachErlangen, über 60 Reisen von Dozenten nach Erlangen sowie fast 50 mehrwöchigeAufenthalte Studierender in Erlangen und von 20 Tutoren in Lwiw. Darüber hinausist die dortige germanistische Bibliothek zu einer landesweit führendenausgebaut worden, ist moderne Hardware geliefert worden, sind in Kooperationaktuelle Lehrwerke erstellt worden und sind zahlreiche Stipendien an Nachwuchswissenschaftlerdurch andere Geldgeber unterstützt worden. 

  • Alba Amicorum - Erforschung und Dokumentation


    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Projektleitung:
    Laufzeit: 1. März 1995 - 31. Dezember 2027

seit 2015


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