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Leitfaden zum Verfassen wissenschaftlicher Hausarbeiten und Essays in der Neueren deutschen Literatur

Leitfaden zum Verfassen wissenschaftlicher Hausarbeiten und Essays in der Neueren deutschen Literatur

Grundsätzliches

Hausarbeiten erfordern und fördern Schlüsselqualifikationen wie die Fähigkeit, einen Themenbereich überschaubar zu gliedern, selbstständig Fragestellungen zu erarbeiten, methodisch reflektierte Lösungsvorschläge zu entwickeln und die Untersuchungsergebnisse sprachlich angemessen und den wissenschaftlichen Standards entsprechend darzustellen.
Die Themenwahl erfolgt selbständig aus dem Horizont des Seminars in Abstimmung mit der Seminarleitung in einer Sprechstunde. Viele Hausarbeiten werden aus dem im Seminar gehaltenen Referat oder den dort vorgestellten Arbeitspapieren entwickelt. Sie bauen auf dem dort bearbeiteten Material auf, konzentrieren sich aber unter Umständen auf ein spezielleres Problem. Entscheidend sind hierbei die Abgrenzung eines bestimmten Gegenstands, die Klärung einer Methode und die Bestimmung eines Erkenntnisziels. Dabei ist der aktuelle Forschungsstand zu berücksichtigen und kritisch dazu Stellung zu nehmen.
Ein hohes sprachliches Niveau wird als selbstverständlich vorausgesetzt, Verstöße gegen die Rechtschreibung, Interpunktion, Grammatik sowie Schwächen im Ausdruck führen zu einer schlechteren Bewertung.

Umfang
  • Essay im Basismodul NdL1: 8–10 Textseiten
  • Proseminararbeit: 10–15 Textseiten
  • Hauptseminararbeit: 15–20 Textseiten

Abbildungen, Deckblatt und Verzeichnisse werden nicht zu den Textseiten gerechnet. Ausschlaggebend für die Seitenzählung sind die tatsächlich beschriebenen Seiten, nicht die Seitenzählung.

Einreichung

Der Abgabetermin der Hausarbeit wird von der Seminarleitung festgelegt. Die Frist ist einzuhalten; in begründeten Ausnahmefällen ist nach rechtzeitiger persönlicher Rücksprache in einer Sprechstunde eine Verlängerung möglich. Die Arbeit muss in gedruckter Form persönlich oder im Lehrstuhlsekretariat abgegeben und zusätzlich per E-Mail eingereicht werden.

DIE KONZEPTION DER ARBEIT

Gliederung / Inhaltsverzeichnis

Die Gliederung (bzw. das Inhaltsverzeichnis, das aus der Gliederung hervorgeht) entspricht den Zwischentiteln (Kapitelüberschriften) im Text. Sie sollte über Ziele, Systematik und Logik der Arbeit informieren und bereits den methodischen Ansatz erkennen lassen. Verwenden Sie daher aussagekräftige Zwischentitel (also nicht z.B. „Analyse von Text 1“; „Analyse von Text 2“). Im Idealfall kann man aus den Überschriften formelhaft den Inhalt des jeweiligen Abschnitts ablesen. Eine zu grobe Gliederung ist ebenso zu vermeiden wie eine zu detaillierte.

Einleitung

Die Einleitung ist keine Absichtserklärung, sondern soll zur Fragestellung hinführen und die Hypothese(n) vorstellen. Sie soll nicht die Ergebnisse der abschließenden Zusammenfassung vorwegnehmen.
Die Hypothese(n), die zugrunde gelegte Theorie und Methodik und das Ziel der Arbeit sollen kurz vorgestellt werden. Die Einleitung deutet an, was an Ihrer Fragestellung interessant, eventuell sogar neu ist, und klärt die Ab- bzw. Eingrenzung des Themas. Verzichten Sie auf Inhaltsangaben sowie Ausführungen zur Biographie des Autors. Sofern biographische Aspekte zur Beantwortung Ihrer Fragestellung relevant sind, verweisen Sie an entsprechender Stelle im Hauptteil darauf.

Hauptteil

Der Hauptteil der Arbeit dient der Darstellung und Begründung der eigenen Thesen. Der Argumentationsgang sollte kohärent und an jeder Stelle nachvollziehbar sein. Einfaches Aneinanderreihen und ungegliedertes Aufzählen lassen sich vermeiden, indem Sie die aufgestellten Thesen begründen und am theoretischen oder literarischen Bezugstext veranschaulichen. Die Interpretationsthesen sollten auf strukturelle Textbefunde zurückgeführt werden. Inhalt und Form hängen zusammen, das heißt, die Nennung der formalen Merkmale muss mit Interpretationsvorschlägen zu ihrer semantischen Funktion verbunden werden. Theorie und Methode sollten konkret auf die aktuelle Fragestellung bezogen werden und sich nicht in einer allgemeinen Zusammenfassung erschöpfen. Belegen Sie Ihre Argumente mit Zitaten aus dem Primärtext oder mit inhaltlichen Verweisen darauf und diskutieren Sie Ihr Ergebnis dann, indem Sie die Ihre These unterstützende oder ihr widersprechende Sekundärliteratur heranziehen.
In den Fußnoten stehen die bibliographischen Nachweise für die Zitate, Paraphrasen und Verweise im Haupttext. Anmerkungen in den Fußnoten enthalten weiterführende Gedanken, die erwähnenswert sind, den Argumentationsgang im Haupttext aber stören würden. Auch Titel aus der Forschungsliteratur, die zum Themenbereich der Arbeit gehören, aber nicht unmittelbar in die Argumentation einbezogen wurden, können erwähnt werden; sie werden mit ‚Vgl.‘ oder einer entsprechenden Formulierung eingeführt.

Schluss

Im Schlusskapitel fassen Sie Ihre Erkenntnisse knapp zusammen und formulieren ein Fazit. Gegebenenfalls können Sie auch auf weiteren Forschungsbedarf verweisen, der sich aus Ihrer Untersuchung ergeben hat. Achten Sie auf die Stimmigkeit von Einleitung und Schluss.

HINWEISE ZUR FORMALEN GESTALTUNG DER ARBEIT

Titelblatt

Das Titelblatt wird in der Seitenzählung mitgezählt, aber nicht paginiert (Einstellung in MS Word unter ‚Einfügen‘ >> ‚Seitenzahlen‘ >> keinen Haken bei ‚Seitenzahl auf erster Seite anzeigen‘ setzen).

Inhaltsverzeichnis
  • Wählen Sie eine übersichtliche Darstellung (z.B. durch die Nutzung der rahmenlosen Tabellenformatierung oder durch das Word-Tool für Inhaltsverzeichnisse).
  • -korrekte und konsistente Nummerierung: 1.1, 1.2, 1.2.1, 1.2.2 (wenn es 1.2.1 gibt, muss es auch 1.2.2 geben), 2.1 usw.
  • ausgewogene Kapitel und sinnvolle hierarchische Untergliederung mit angemessener Gliederungstiefe (Vermeiden Sie eine zu kleinteilige Gliederung, z.B. 2.1.2.4 o.ä.).
  • Die Kapitelüberschriften aus dem Inhaltsverzeichnis müssen mit den Zwischentiteln im Text übereinstimmen.
Textgestaltung (Schrift, Schriftgröße, Seiteneinrichtung, Absätze)
  • Wählen Sie eine gut lesbare Schrifttype, z.B. Times New Roman, Arial; Größe 12 pt., sowie 10 pt. für den Fußnotentext
  • Zeilenabstand: 1,5
  • Blocksatz mit Silbentrennung
  • Seitenränder: ca. 2,5 cm links, 3,5 cm rechts
  • Überschriften können größer und eventuell fett gesetzt werden.
  • Absätze können durch das Einrücken der ersten Zeile gekennzeichnet werden (mit Tabstop oder „Absatz→Sondereinzug→Erste Zeile“). Setzen Sie keine Leerzeilen zwischen Absätze. Nur neue Abschnitte mit einer Überschrift beginnen nach einer Leerzeile.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Absätze nicht zu lang ausfallen (z.B. über eine Seite), aber auch nicht nur aus einem Satz bestehen. Absätze stellen Sinneinheiten dar, etwa die Darstellung eines Arguments. Mit einem neuen Argument beginnt ein neuer Absatz.
  • Längere Zitate werden links ca. 1,5 cm eingerückt und einzeilig gesetzt; das macht sie als Zitate kenntlich; auf Anführungszeichen wird hier verzichtet.
  • Die Fußnoten werden durchnummeriert. Verwenden Sie keine Endnoten.
  • Fußnotenzeichen werden im laufenden Text nach dem Satzzeichen/Zitat/Titel eingefügt.
  • Werktitel (etwa Romane, Dramen) werden kursiviert; nichtselbständige Texte (etwa Kurzgeschichten aus Kurzgeschichtensammlungen, Gedichte aus Gedichtbänden) werden in doppelte Anführungszeichen gesetzt.
  • Hervorhebungen und fremdsprachige Wörter werden im laufenden Text (ohne Anführungszeichen) kursiv gesetzt.
  • Kurze Wort- bzw. Begriffserklärungen und Übersetzungen eines Ausdrucks werden in ‚einfache Anführungszeichen‘ gesetzt. Gleiches gilt für Begriffe, die Gegenstand der Erörterung sind oder ‚uneigentlich‘ gebraucht werden.
  • Nach einem Punkt steht ein Leerzeichen (außer beim Datum und bei bestimmten Abkürzungen).
  • Unterscheidung Bindestrich – Gedankenstrich: Bindestriche sind kurz, Gedankenstriche (Spatium Strich Spatium; Tastenkombination: Strg+-) als Halbgeviertstriche zu setzen.
Bsp.: Die Maul- und Klauenseuche war – wenn man von Einzelfällen absieht – nicht mehr von Bedeutung.
  • Orientieren Sie sich im Zweifelsfall am Duden.
Der Umgang mit Quellen: Zitieren, Paraphrasieren, Verweisen
  • Eigene und fremde Ideen müssen in Ihrer Arbeit an jeder Stelle klar unterscheidbar sein.
  • Alle wörtlich übernommenen Formulierungen, aber auch sinngemäß übernommene Thesen, Anregungen und Gedanken müssen in Fußnoten nachgewiesen werden. Wenn Sie Formulierungen oder Inhalte übernehmen, ohne diese ausreichend zu kennzeichnen, handelt es sich um ein Plagiat. Im Falle eines Plagiats wird die Arbeit automatisch als ‚nicht bestanden‘ bewertet.
  • Unterschieden wird zwischen direkten und indirekten Zitaten (Paraphrasen). Bei direkten Zitaten wird das Zitat in Anführungsstriche gesetzt (und nicht bspw. kursiviert).
  • Achten Sie darauf, sorgfältig zu zitieren: Die Textstellen müssen in Syntax, Orthographie und Interpunktion exakt aus dem Originaltext übernommen werden.
  • Sollten sie Veränderungen (Anpassungen entsprechend der Syntax „de[s] Bäcker[s]“, Auslassungen […], Erläuterungen [der Bäcker; Ihre Initialen]) vornehmen müssen, sind diese stets durch eckige Klammern kenntlich zu machen. Auch Schreibfehler dürfen nicht korrigiert werden, diese werden jedoch durch ein nachgestelltes [sic] kenntlich gemacht. Nicht kenntlich gemacht werden Schreibungen gemäß alter Rechtschreibung („daß“ etc.).
  • Zitate im Zitat bzw. wörtliche Rede im Zitat wird durch ‚einfache Anführungsstriche‘ gekennzeichnet. Hervorhebungen im Zitat sind ebenfalls kenntlich zu machen (durch den Autor: [Herv. im Orig.]; durch Sie: [Herv. Ihre Initialen]).
  • Verwenden Sie deutsche An- und Abführungszeichen (also „Gänsefüßchen“ unten und oben). Eventuell in der Vorlage vorhandene „amerikanische“ oder »französische« An- und Abführungszeichen werden stillschweigend in das deutsche System übertragen.
  • Beachten Sie auch den Kontext Ihrer Zitate: Sie dürfen nicht sinnenstellend zitieren, das heißt z.B. nicht ein „nicht“ weglassen.
  • Übernehmen Sie keine Zitate ungeprüft aus der Forschungsliteratur, sondern schlagen Sie die entsprechenden Stellen selbst nach. Sollte es nicht möglich sein, das Zitat zu überprüfen, sodass Sie ‚aus zweiter Hand‘ zitieren müssen, müssen Sie den Zusatz „zitiert nach“ ergänzen.
  • Längere Zitate werden eingerückt und einzeilig gesetzt. Die Anführungszeichen fallen dann weg (s.o.).
  • Erkundigen Sie sich über die Zitierfähigkeit von Primärtextausgaben. Verwenden Sie, wo vorhanden, historisch-kritische Ausgaben, Werk- oder Studienausgaben. Primärtexte dürfen nicht aus dem Internet oder der Sekundärliteratur zitiert werden, wenn zitierfähige Originalausgaben vorhanden sind.
Formatierung der Fußnoten

Fußnoten werden wie Sätze behandelt, das heißt sie beginnen mit einem Großbuchstaben und schließen mit einem Punkt.
Bei Zitaten und Paraphrasen sind immer die entsprechenden Seitenzahlen anzugeben.
Beim ersten Nachweis wird der zitierte Text vollständig angegeben, danach können Sie einen Kurztitel (bitte einheitlich!) verwenden.
Beispiel:
Erste Angabe: Halisch, Alexander: Barocke Kriminalgeschichtensammlungen. In: Simpliciana 21 (1999), S. 105–124.
Danach: Halisch: Kriminalgeschichtensammlungen, S. 122.
Wenn Sie zweimal (oder mehrfach) unmittelbar aufeinander folgend aus demselben Werk zitieren, genügt die Angabe „Ebd.“.
Beispiel:
Erste Angabe: Halisch, Alexander: Barocke Kriminalgeschichtensammlungen. In: Simpliciana 21 (1999), S. 105–124.
Unmittelbar darauf folgende Angabe: Ebd., S. 122.

Literaturverzeichnis
  • Im Literaturverzeichnis werden alle Titel aufgelistet, die für die Arbeit verwendet wurden und die auch im Text bzw. in den Fußnoten genannt sind. (Alle Titel, die im Literaturverzeichnis erscheinen, müssen auch in den Fußnoten auftauchen, d.h. sie müssen von Ihnen im Text zitiert, paraphrasiert oder erwähnt worden sein.)
  • Die erforderlichen Daten sind in der Regel auf dem inneren Titelblatt (der Titelei) einer Publikation zu finden.
  • Ein für die germanistische Literaturwissenschaft gängiges Zitationsschema finden Sie unten. Es gibt andere Zitationsstile, die sich in den Details leicht unterscheiden. Wichtig ist, dass Sie den einmal gewählten Zitationsstil in der kompletten Arbeit einheitlich beibehalten.
  • Das Literaturverzeichnis wird alphabetisch nach Nachnamen geordnet, nicht nummeriert und mit hängendem Einzug formatiert.
  • Am Ende einer bibliographischen Angabe steht ein Punkt.
  • Bei Übersetzungen fremdsprachiger Werke sollten Sie zusätzlich Titel und Erstveröffentlichungsjahr der Originalausgabe in Klammern angeben.
  • Bei mehr als drei Herausgebern wird nur der/die erste Herausgeber/in genannt und die weiteren durch ein „u.a.“ ersetzt. Gleiches gilt für mehrere Erscheinungsorte.
Erklärung

Sämtlichen schriftlichen Hausarbeiten ist am Ende die folgende Erklärung beizufügen und eigenhändig zu unterschreiben:
Erklärung:
Die/Der Unterzeichnete versichert, dass sie/er die vorliegende schriftliche Hausarbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die von ihr/ihm angegebenen Hilfsmittel benutzt hat. Die Stellen der Arbeit, die anderen Werken dem Wortlaut oder dem Sinne nach entnommen sind, wurden in jedem Fall unter Angabe der Quellen (einschließlich des World Wide Web und anderer elektronischer Text- und Datensammlungen) kenntlich gemacht.
Dies gilt auch für beigegebene Zeichnungen, bildliche Darstellungen,
Skizzen und dergleichen.
(Ort / Datum)
(Unterschrift der Verfasserin / des Verfassers der Seminararbeit)

ZITATIONSSTIL FÜR DIE ANGABE IM LITERATURVERZEICHNIS

Monographien

Selbständig als Buch erschienene Schriften eines oder mehrerer Autoren.
Mehrere Verfasser werden in der vorgefundenen Reihenfolge angegeben. Ggf. wird ein Übersetzer angegeben. Die Auflage wird nur angegeben, wenn es sich nicht um die erste handelt. Reihentitel und Bandnummer werden ggf. am Ende in runden Klammern angegeben, das Ersterscheinungsjahr, ggf. auch der Ersterscheinungsort in eckigen Klammern.
Kürzeste Fassung:
Nachname, Vorname: Titel. Ort Jahr.
Weitere Angaben:
Nachname, Vorname: Titel. Untertitel. Übers. von XY. Band. Auflage. Ort Jahr [Ort Jahr Erstpublikation].
Beispiele:
Culler, Jonathan: Literaturtheorie. Eine kurze Einführung. Übers. v. Andreas Mahler. Stuttgart 2002 [Oxford und New York 1997].
Kafka, Franz: Ein Landarzt. Kleine Erzählungen. München, Leipzig 1919.
Koschorke, Albrecht, Thomas Frank, Ethel Matala de Mazza und Susanne Lüdemann: Der fiktive Staat. Konstruktionen des politischen Körpers in der Geschichte Europas. Frankfurt a.M. 2007.
Vogt, Jochen: Einladung zur Literaturwissenschaft. 4. Aufl. München 2003.

Editionen

Publikation, die neben dem Autor auch einen Herausgeber hat, z.B. Edition der Werke Kafkas oder Goethes
Verfassernachname, Vorname: Titel. Untertitel. Hg. v. Vorname Nachname. Ort Jahr.
Beispiele:
Kafka, Franz: Briefe an Felice und andere Korrespondenz aus der Verlobungszeit. Hg. v. Erich Heller und Jürgen Born. Frankfurt a.M. 1976.
Mann, Thomas: Buddenbrooks. Verfall einer Familie [1901]. Hg. v. Eckhard Heftrich. Frankfurt a.M. 2002 (Große kommentierte Frankfurter Ausgabe. Werke – Briefe – Tagebücher. Hg. v. Heinrich Detering et al. Band 1.1).

Sammelwerke

Sammelwerke oder Herausgeberschriften sind Bücher, in denen ein Herausgeber eigene oder Texte fremder Autoren veröffentlicht.
Nachname, Vorname (Hg.): Titel. Untertitel. Ort Jahr.
+ die möglichen weiteren Angaben analog zu den Verfasserschriften (s.o.)
Beispiele:
Liebrand, Claudia und Franziska Schößler (Hg.): Textverkehr. Kafka und die Tradition. Würzburg 2004.
Schweikle, Günter und Irmgard (Hg.): Metzler Literaturlexikon. Begriffe und Definitionen zur Weltliteratur. 2. Aufl. Stuttgart 1989.

Aufsätze in Sammelwerken / in Herausgeberschriften

Vergessen Sie hier die Seitenangaben des Aufsatzes nicht, d.h. von welcher Seite bis zu welcher Seite der Aufsatz in dem Band erscheint: z.B. S. 12–38.
Nachname, Vorname: Titel. Untertitel. In: Vorname Nachname (Hg.): Titel. Untertitel. Ort Jahr, S. xx–yy.
Beispiele:
Ellrich, Lutz: Diesseits der Scham. Notizen zu Spiel und Kampf bei Plessner und Kafka. In: Claudia Liebrand und Franziska Schößler (Hg.): Textverkehr. Kafka und die Tradition. Würzburg 2004, S. 243–272.
Wagner, Benno: Die Versicherung des Übermenschen. Kafkas Akten. In: Friedrich Balke u.a. (Hg.): Für Alle und Keinen. Lektüre, Schrift und Leben bei Nietzsche und Kafka. Zürich 2008, S. 259–294.

Zeitschriftenaufsätze

Für Zeitschriftenaufsätze gilt eine etwas andere Zitierweise. Hier fallen Herausgeber und Ort weg; angegeben werden Zeitschriftentitel, Jahrgangs- und/oder Bandnummern, das Jahr in runden Klammern und die Seiten des Aufsatzes.
Nachname, Vorname: Titel. Nebentitel. In: Zeitschriftentitel Jahrgangsnummer.Bandnummer (Jahr), S. xx–yy.
Beispiele:
Duttlinger, Carolin: Snapshots of History: Franz Kafka’s „Blumfeld ein älterer Junggeselle“ and the First World War. In: Modern Austrian Literature 39.1 (2006), S. 29–43.
Hillmann, Heinz: Das Sorgenkind Odradek. In: Zeitschrift für deutsche Philologie 86.1 (1967), S. 197–210.

Lexikon- und Wörterbuchartikel

In der Regel gleicht die Zitierweise der für Aufsätze in Sammelbänden. Wenn kein Autor des Artikels zu ermitteln ist (i.d.R. bei Wörterbüchern), wird mit dem Titel begonnen, evtl. mit Voranstellung von ‚Art.‘ für Artikel.
Beispiele:
Hölscher-Lohmeyer, Dorothea: Goethe, Johann Wolfgang von. In: Literatur Lexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache. Hg. v. Walther Killy. Bd. 4. Gütersloh, München 1989, S. 196–256.
Art. Hybride. In: Deutsches Fremdwörterbuch. Hg. v. Institut für deutsche Sprache, Bd. 7: habilitieren–hysterisch. Hg. v. Herbert Schmid u.a. Berlin, New York 2010, S. 514–516.

Zeitungsartikel

Nachname, Vorname des Autors des Artikels: Titel. In: Zeitung Nummer (Datum), S. xx–yy.
Beispiele:
Henrichs, Benjamin: Acht Stunden sind kein Theater. Keine Inszenierung, eine Demonstration – Heiner Müller, Erich Wonder und Ulrich Mühe zeigen „Hamlet/Maschine“. In: Die Zeit (30.3.1990), S. 10.
K[erschbaum], U[lrike]: Neue Aspekte zur Orts- und Regionalgeschichte. In: Horner Zeitung 118. Jg., Nr. 44 (30. Okt. 1987), S. 3.

Internetquellen

Wenn es sich nicht um ausgewiesene wissenschaftliche Quellen oder sonstige eindeutig zitierfähige Quellen handelt, sollten Sie besser auf Internetquellen verzichten. Wikipedia-Einträge z.B. genügen wissenschaftlichen Ansprüchen i.d.R. nicht. Dennoch lassen sich im Internet natürlich relevante und hochwertige Quellen finden, die unter denselben Bedingungen wie gedruckte Texte durchaus zitierfähig sein können. Wichtig ist, dass Netzquellen mit mindestens so viel Sorgfalt wie gedruckte Quellen behandelt werden. Auch bei einem Text aus dem Netz ist ein Verfasser, ein Titel, der Haupttitel eines übergreifenden Angebots sowie, soweit vorhanden, Herausgeber und Übersetzer anzu¬geben. Anstelle des Verlags steht in der Regel die URL. Anstelle des Publikationsjahrs werden zwei Datumsangaben notwendig: die Angabe, wann die (jüngste Version der) Quelle ins Netz gestellt wurde, dahinter in Klammern die Angabe, wann das Angebot zitiert wurde (weil sich Texte im Netz oft auch nach ihrem Einstellungsdatum verändern).

Nachname, Vorname: Titel. In: Titel der Internetquelle. Untertitel. Adresse, Einstelldatum [zuletzt eingesehen am Datum].
Beispiel:
S[andberg], B[eatrice]: Franz Kafka. In: Einladung zur Literaturwissenschaft. Ein Vertiefungsprogramm zum Selbststudium. http://www.einladung-zur-literaturwissenschaft.de/index.php?option=com_content&view=article&id=71%3A3-5-kafka&catid=38%3Akapitel-3&Itemid=55, 2009 [zuletzt eingesehen am 7.10.2018].

***

Lassen Sie Ihre Arbeit unbedingt von einem/r Dritten Korrektur lesen, denn Sie erkennen Ihre eigenen Fehler häufig nicht (mehr)!

Weiterführende Literatur:
  • Delabar, Walter: Literaturwissenschaftliche Arbeitstechniken. Eine Einführung. Darmstadt 2009.
  • Frank, Norbert: Handbuch Wissenschaftliches Arbeiten. Frankfurt/M. 2004.
  • Gantert, Klaus: Erfolgreich recherchieren – Germanistik. Berlin 2012.
  • Jeßing, Benedikt: Arbeitstechniken des literaturwissenschaftlichen Studiums. Stuttgart 2001.
  • Jeßing, Benedikt: Bibliographieren für Literaturwissenschaftler. Stuttgart 2003.
  • Karmusin, Matthias und Rainer Ribing,: Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. 2., akt. Aufl. Wien 2007.
  • Ludwig, Hans-Werner und Thomas Rommel: Studium Literaturwissenschaft. Arbeitstechniken und Neue Medien. Tübingen, Basel 2003.
  • Meyer-Krentler, Eckhardt und Burkhard Moennighoff: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 15. Aufl. München 2015.