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PD Dr. Annette Gilbert

Department Germanistik und Komparatistik
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit systematischem Schwerpunkt

Bismarckstr.1 (Postadresse)
91054 Erlangen

Sprechzeiten

Sprechstunde bitte schriftlich per Mail oder nach Vereinbarung telefonisch bzw. in individuellen Videotelefonaten

1994-2000 Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Osteuropastudien und Publizistik in Berlin, Paris und Kazan
2000 Magisterarbeit an der FU Berlin
2001-2005 DAAD-Lektorin an Hochschulen in Tomsk, Novosibirsk und Moskau.
2005 Promotion an der FU Berlin
2005-2007 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für komparatistische Studien der Universität Göttingen und Leitung des Studiengangs Komparatistik
2007-2009 Akademische Rätin am Lehrstuhl für Vergleichende Literaturwissenschaft in Verbindung mit NDL an der FAU Erlangen
2011/12 Vertretung von Prof. Dr. Heinrich Detering, Seminar für deutsche Philologie, Universität Göttingen
2009-2015 Dilthey-Fellow der VolkswagenStiftung am Peter-Szondi-Institut für AVL an der FU Berlin und Nachwuchsgruppenleitung
2015-2016 Mitglied der der Forschungsgruppe „Ethics of Copying“ am Zentrum für interdisziplinäre Forschung Bielefeld (ZiF)
seit 2016 Akademische Oberrätin am Lehrstuhl Komparatistik an der FAU Erlangen
2017 Habilitation an der FAU Erlangen
2019 Visiting Senior Scholar an der University of Colorado
2020 Publikationspreis für herausragende Forschung von Frauen in den Geistes- und Sozialwissenschaften der FAU Erlangen-Nürnberg
2019/20 Vertretung der Professur für Komparatistik an der FAU Erlangen

  • Literaturtheorie und Ästhetik
  • Materialität und Medialität von Literatur
  • Intermedialität und InterArt Studies
  • Buchkommunikation, -geschichte und -ästhetik
  • Schriftbildlichkeit, Artists‘ Books, Publishing Studies
  • Original und Kopie, Wiederholung und Zitat
  • Avantgarde und experimentelle Literatur und Kunst, insb. 20. und 21. Jh.

Publikationsliste (pdf)

DFG-Forschungsprojekt „Artefakte der Avantgarden 1885–2015

In diesem Teilprojekt soll eine kommentierte französisch-deutsche Übersetzung der „Vers de circonstance/Verse unter Umständen“ Stéphane Mallarmés erarbeitet werden, die deren je spezifischer Materialität und Medialität gerecht wird, und die wissenschaftliche Rekonstruktion der französisch-deutschen ‚Avantgarde der Avantgarden‘ erstmals von ihren künstlerischen Objekten und Artefakten her unternommen werden.

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Cornelia Ortlieb, FU Berlin, cornelia.ortlieb@fu-berlin.de

more information: www.apod.li

Print-on-demand is a new production method based on digital print that has revolutionized the book world. Allowing for very small print runs down to one single copy the availability of book titles no longer requires a physical stock—in contrast to traditional print runs. This has fundamental effects on the production of printed matter and its contents.

Contemporary experimental artists and writers who have adopted print-on-demand publishing praise the method’s low financial risk, creative autonomy, and independence from trade publishers. They embrace it as a means of self-empowerment and democratization—although (or, maybe, precisely because) it has been discredited by the literary establishment as a vanity enterprise and by book lovers and designers irritated by its low production values. Drawing on some of the most notable examples of the genre, this research project investigates how print-on-demand facilitates an astonishing variety of forms and aesthetic approaches and how it functions as a critical media practice that continues avant-garde, underground, and counterculture traditions and also responds to our post-digital age in compelling us to re-conceptualize our understanding of the book and publishing.

Our collection of artistic print-on-demand publications will grow through curatorial acquisition and artist’s/author’s contributions. It will be preserved in future years in a leading German library. It will be an important resource for the study of print-based experimental publishing, art and literature in the post-digital era.

Projektverantwortliche: PD Dr. Annette Gilbert, FAU Erlangen & Andreas Bülhoff, FAU Erlangen

Die Geschichte elektronischer Medien, insbesondere des Computers, ist von Beginn an auch die Geschichte von mit und an ihnen operierenden künstlerischen Praktiken. Die Ursprünge künstlerischer Sprachverwendung scheinen überhaupt in kombinatorischen Modellen zu ruhen, von germanischen Runenzeichen, die Ferdinand Saussure untersucht (Starobinski 1980), bis zum chinesischen ‚I Ging‘ aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. (vgl. Wilhelm 1924).

Das Teilprojekt richtet den Blick auf die Anfänge des Computerzeitalters ab den 1950er Jahren und untersucht literarische Artefakte, die sich die Möglichkeiten des Computers zunutze machen und zugleich kritisch reflektieren. Sie kommentieren dabei einerseits den breit geführten Technikdiskurs der Zeit, der sich insbesondere auch mit der Veränderung der Arbeitswelt durch fortschreitende Maschinisierung und Automatisierung beschäftigt, andererseits stehen sie damit auch in der Tradition der historischen Avantgarden und ihrer Vorläufer, deren künstlerisches Wirken eng mit der industriellen Revolution und der Industrialisierungsschübe um 1900 verknüpft ist.

Das Projekt untersucht deutsche, italienische und französische Artefakte der 1960er und 1970er Jahre, die auf jeweils spezifische Weise mit Dispositiven des Digitalen (Algorithmizität, Referenzialität, Gemeinschaftlichkeit; vgl. Stalder 2016) verknüpft sind. Neben kritischen Impulsen affirmieren digitale Artefakte bisweilen dort Technologie, wo sie als Werkzeug von Ideologiekritik dient. Der Computer als kybernetisches Hybrid von Geist und Maschine verabschiedet etwa auratische Autorschaftsmodelle und verweist auf die Kontingenz von Sinn und Bedeutung. Solche Schreibkonstellationen im „Team ‚Mensch-Maschine‘“ (Bense 1971, S. 96) finden sich etwa bei Nanni Balestrini mit seinem Gedicht ‚Tape Mark I‘ sowie bei Oskar Pastior mit der Erstellung der Bildtafeln im Anhang des krimgotischen Fächers. Digitale Artefakte errichten auch Widerstände gegen ihre Rezeption, indem sie sich einer einfachen Handhabung entziehen: Besonders deutlich wird dies etwa bei Raymond Queneaus ‚Cent mille milliards de poèmes‘, aber auch beim ‚Landsberger Poesieautomaten‘ von Hans-Magnus Enzensberger, der Vorarbeiten zu diesem Automaten bereits 1974 anfertigte.

Unter dem Begriff „Digitale Artefakte“ werden mithin Papier-Gegenstände, Maschinenkunstwerke und Analog-Digital-Hybride über historische, geographische und sprachliche Grenzen hinweg zusammengestellt und hinsichtlich ihrer politischen Implikationen um ‚1967‘ (Stockhammer 2017) untersucht.

Projektverantwortlicher: Timo Sestu, FU Berlin, E-Mail: timo.sestu@fu-berlin.de

Literaturnachweise:

  • Bense, Max (1971): Die Gedichte der Maschine der Maschine der Gedichte. Über Computer-Texte. In: Max Bense (Hg.): Die Realität der Literatur. Köln, S. 74–96.
  • Stalder, Felix (2016): Kultur der Digitalität. Berlin: Suhrkamp.
  • Starobinski, Jean (1980): Wörter unter Wörtern. Die Anagramme von Ferdinand de Saussure. Frankfurt a. M., Berlin, Wien: Ullstein.
  • Stockhammer, Robert (2017): 1967. Pop, Grammatologie und Politik. Paderborn: Wilhelm Fink.
  • Wilhelm, Richard (1924): I Ging. Das Buch der Wandlungen. Jena: Diederichs.

Vorlesung (VORL)

Einführungskurs (EK)

  • NdL BM1: Historische Modellanalysen

    • Di 16:00-18:00, Raum Zoom-Meeting
    • Mo 12:15-13:45
    • Mo 10:15-11:45
    • Mo 12:00-14:00, Raum Zoom-Meeting
    • Di 12:15-13:45
    • Mi 10:00-12:00, Raum Zoom-Meeting

Hauptseminar (HS)

Übung (UE)