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UE: Jiddische Epik des Spätmittelalters: Elye Bokhers 'Bovo d'Antona'

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

in digitaler Form, 50202, 50902, 51002, 51102, 61101, 61201

  • Di 14:00-16:00, Raum Zoom-Meeting

Prerequisites / Organizational information

*Lehrformat: Die Lehrveranstaltung findet synchron zur angegebenen
Zeit via Zoom statt.
Erwartet wird eine Teilnahme mit Bild (die u.a.
auch vom Smartphone aus möglich ist), da der nonverbale
Kommunikationskanal für eine gelingende Lehrveranstaltung
unverzichtbar ist. Selbstverständlich können Sie einen virtuellen
Hintergrund verwenden. Stellen Sie bitte rechtzeitig sicher, dass Sie über eine ausreichende Internetverbindung und über ausreichendes Internetvolumen verfügen.*

Inhalt

Auf den langen Migrationswegen durch das mittelalterliche Europa haben jüdische Lebensgemeinschaften eine Vielfalt von Verkehrssprachen benutzt, der jeweils eigenen Sprache assimiliert und diese über lange Zeiträume tradiert. Verschiedene deutsche Dialektformen sind auf diese Weise nach Osteuropa mitgewandert, wo sie sich über Jahrhunderte im Jiddischen sowohl konserviert als auch weiterverwandelt haben. Desgleichen finden sich auch literarische Lied- und Erzählformen im Kontakt mit den Volkssprachen Europas im Jiddischen übernommen und weiterentwickelt; in einigen Fällen ist die jiddische Version heute sogar die einzige Quelle, in der ein dereinst weit verbreiteter Erzählstoff sich überliefert findet. Ein prominentes Beispiel hierfür ist Elye Bokhers Heldenepos Bovo d’Antona, dessen Geschichte sich zwar in anglonormannischen, italienischen und nordischen Varianten erhalten hat, aber in keiner deutschsprachigen, außer eben: im Jiddischen. Ein schöner Anlass für uns Germanisten also, dass wir mit Neugier dieses bunt und außergewöhnlich erzählte Epos besichtigen wollen. Dazu lernen wir die hebräischen Schriftzeichen kennen, die uns ein Schlüssel sind, um uns in dieser auf den ersten Blick fremden Gestalt eine dann durchaus verständliche Erzählung des deutschen Spätmittelalters vor Augen zu führen. Eine Hilfe sind uns eine gute kritische Edition des Werks, Wörterbücher und Grammatiken, die wir gemeinsam benutzen lernen und uns hiermit ein bislang wenig beachtetes Juwel mittelalterlicher Erzählkunst erschließen.

Empfohlene Literatur

|Bovo d’Antona| by Elye Bokher. A Yiddish Romance, ed. Claudia Rosenzweig, Leiden 2014. Beuve de Hamptone, Chanson de Geste Anglo-Normande de la fin du XIIe siècle, éd. bilingue par Jean-Pierre Martin, Paris 2014. Siegmund A. Wolf, Jiddisches Wörterbuch, Mannheim 1962. Marion Aptroot und Roland Gruschka, Jiddisch. Geschichte und Kultur einer Weltsprache, München 2010.

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 20