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Lit AM: Frühromantik

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

  • Mi 8:15-9:45, Raum Zoom-Webinar

Inhalt

In den 1790er Jahren findet in Jena eine kleine, junge und theorieaffine literarische Avantgarde zusammen, die sich nur in der ‚Poesie‘, und nicht etwa in Philosophie oder Wissenschaft, eine Integration all der Widersprüche vorstellen kann, wie sie die Moderne (v.a. in Gestalt der Aufklärung) in ihrer Wahrnehmung produziert hat: Verstand und Sinnlichkeit, Natur und Subjekt, praktische und theoretische Vernunft, Mythos und Logos. In nur wenigen Jahren direkt um die Jahrhundertwende entwerfen Friedrich von Hardenberg (Novalis), August Wilhelm, Friedrich und Caroline Schlegel sowie Dorothea Veit und Ludwig Tieck eine neue und höchst innovative Poetik, die sich durch Fragmentcharakter, Ironie und Witz, Gattungsmischung, Experimentalität, Interesse am Mythos, spezifischen Einsatz von Symbolen und Analogiedenken auszeichnet. Damit stellen sie viele ästhetische Weichen, auf denen sich noch zahlreiche moderne Literaturkonzepte bis heute bewegen.
Dies werden wir im Seminar an Texten erarbeiten wie Novalisʼ Roman Heinrich von Ofterdingen, seinen Hymnen an die Nacht und der Fragmentsammlung Blüthenstaub, an Friedrich Schlegels Fragmenten, seinem Gespräch über die Poesie sowie dem Roman Lucinde, an Caroline Schlegels Florentin, Ludwig Tiecks Drama Der gestiefelte Kater sowie seinem Märchen Der blonde Eckbert, außerdem an seinen gemeinschaftlich mit Heinrich Wackenroder verfassten Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders.


Empfohlene Literatur

Zur Einführung: Detlef Kremer: Romantik. Lehrbuch Germanistik. 4. Aufl. Stuttgart, Weimar 2015. Lothar Pikulik: Frühromantik. Epoche – Werk – Wirkung. 2. Auflage. München 2000. Herbert Uerlings: Einleitung. In: Ders.: Theorie der Romantik. Stuttgart 2000, S. 9–42.

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 25