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M/SM: Pop-Theorie, -Alben und -Lyrics

Dozent/in
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Zeit/Ort n.V.
  • Mi 10:00-12:00, .ics
Inhalt

Für alle Erscheinungsformen des ‚Pop‘ – von der Pop Art bis zur Popmusik, von der Pop-Literatur bis hin zu Videoclip und Comic – ist der Bezug auf die massenmedial verbreitete, jugendliche Konsumkultur konstitutiv, wie sie im Laufe des 20. Jahrhundert entsteht. Ihre Existenz und enorme Verbreitung stellt ein kulturelles Faktum dar, das wissenschaftlich hochgradig erklärungsbedürftig und -würdig ist. ‚Pop‘ ist dabei keinesfalls immer die einfache Reproduktion dieser Konsumkultur, sondern auch eine Form ihrer Reflexion. Um dies für die Lyrics von Pop-Songs herauszuarbeiten, werden wir kanonische deutschsprachige Pop-Alben seit den 1980er Jahren analysieren und interpretieren, bei denen der eigene ‚Warencharakter‘ selbst auf die eine oder andere Weise zum Thema wird. Wir werden uns dabei exemplarisch mit Fragen auseinandersetzen wie den folgenden: Auf welche Weise hängen in den Alben Medium und Botschaft zusammen; (wie) wird eine Trennlinie von E und U aufgemacht bzw. unterlaufen; wie spielen Musik, Bilder und v.a. Texte beim Bedeutungsaufbau funktional zusammen? Nebenbei soll sich so auch eine Art Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik ergeben. Besprochen werden konkret etwa Alben von Fehlfarben (Monarchie und Alltag) und Die Toten Hosen (Ein kleines bißchen Horrorshow) aus den 1980er Jahren, von Tocotronic (Digital ist besser) und Element of Crime (Weißes Papier) aus den 1990er und von Wir sind Helden (Die Reklamation) und PeterLicht (Lieder vom Ende des Kapitalismus) aus den 2000er Jahren. Um für dieses Unterfangen gerüstet zu sein, werden zunächst aber ausführlich klassische systematische Positionen zur sogenannten ‚populären Kultur‘ diskutieren, etwa von Adorno/Horkheimer, Susan Sontag, Umberto Eco und Leslie Fiedler. Im Anschluss werden wir uns dann eine Analysetopik erarbeiten, mit der musikalische und v.a. textliche und paratextuelle Aspekte im Medienverbund von Pop-Alben erschlossen werden können. Bitte seien Sie sich also bewusst, dass die Veranstaltung in weiten Teilen durchaus sehr theorie- und methodenlastig ausfallen wird!

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 20