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M/SM: Heldenepische Kuriosa: Kudrun und Dukus Horant

Dozent/in
Details
Zeit/Ort n.V.
  • Di 14:00-16:00, Raum Zoom-Meeting (außer vac) .ics
Inhalt

Das Seminar versteht sich als Lektüreseminar. Wir werden übers Semester hin zwei seltsame Solitäre der deutschen Heldendichtung lesen, die stoffgeschichtlich eng zusammenhängen: 'Kudrun' und 'Dukus Horant'. Die 'Kudrun', entstanden im früheren 13. Jahrhundert, ist nicht nur darin auffällig, dass sie dieselbe Brautwerbungsgeschichte, verteilt auf verschiedene Generationen, gleich in drei Varianten erzählt, sondern auch, weil man nicht ganz sicher sagen kann, ob hinter diesem Epos eine 'Sage' steckt -- oder ob es sozusagen freihändig komponiert ist (oder eine Mischung aus beidem?). Der 'Dukus Horant' wiederum erzählt eine von diesen Brautwerbungsgeschichten der 'Kudrun' neu oder nach, vielleicht noch im spätesten 13. Jahrhundert. Er vermischt diese Episode mit anderen Erzählelementen, sodass die Handlung immer bunter wird. Das eigentliche Spektakel aber liegt darin, dass wir hier eine sehr frühe (die früheste?) jiddische Erzähldichtung überhaupt greifen. Um hier keine Missverständnisse zu provozieren: Das Jiddisch dieser Zeit ist ganz nahe am Mittelhochdeutschen, Sie brauchen sich also gar nicht zu sorgen, man kommt schnell in diese faszinierende Sprache (oder ihre frühe Vorstufe?) hinein. Überhaupt ist der Kurs eine gute Übung für Ihre Mittelhochdeutsch-Kompetenz, denn wir werden viel gemeinsam lesen und dann über das Gelesene diskutieren. Falls Sie Lehramt studieren, sei Ihnen gesagt, dass die Kudrun erfahrungsgemäß immer wieder in den einschlägigen Abschlussprüfungen eine Rolle spielt.

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 25