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UE: : Lügende Dichter? Fakes und Fälschungen in der Literatur

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Zeit/Ort n.V.
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Dem Verdacht, dass Dichter lügen, ist die Literatur bekanntermaßen bereits seit Platons Politeia ausgesetzt. Dementsprechend wurde für sie mit der fiktionalen Sphäre ein eigener Geltungsbereich im System gesellschaftlicher Kommunikation bestimmt, der eigene Regeln aufstellen darf, im Gegenzug dafür aber „für das, was zählt, nicht in Betracht gezogen wird“ (Weigel). Diese konventionalisierte Grenzziehung und die auf ihr beruhenden epistemologischen, ontologischen und nicht zuletzt ethischen Leitdifferenzen werden von DichterInnen insbesondere seit der Postmoderne immer wieder herausgefordert und aus den unterschiedlichsten Gründen irritiert. Die Übung nimmt literarische Texte in den Blick, die durch solche Grenzüberschreitungen – je nach Perspektive des Betrachters – im Diskurs als ‚Fiktion‘, ‚Fake‘ oder gar ‚Fälschung‘ gehandelt worden sind bzw. gehandelt werden. Neben einer genaueren Betrachtung dieser Kategorien werden produktions- wie rezeptionsseitige Mechanismen untersucht, die zu diesen Zuschreibungen führen, und erzählethische Fragen beleuchtet, die all diese zwischen Fakt und Fiktion changierenden Texte aufwerfen.

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Erwartete Teilnehmerzahl: 15