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15. Juli 2019: Gastvortrag von Prof. Mara Wade (University of Illinois at Urbana Champaign; Reimar Lüst-Preisträgerin der Alexander von Humboldt-Stiftung in Kooperation mit der Fritz Thyssen Stiftung)

Mara Wade - professor of germanic languages & literatures
University of Illinois Board of Trustees
Von digitaler zur traditionellen Forschung: Emblematik als frühneuzeitlicher Open Source Code

Zeit: Montag, 15.7.2019, 19:00 Uhr
Ort:  KH 2.019; Universitätsstr. 15
Es lädt herzlich ein der Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit systematischem Schwerpunkt (Prof. Niefanger)
 
Der Vortrag widmet sich zunächst kurz der modernen Geschichte der Emblemforschung von etwa 1960 bis zur Einrichtung des Emblemportals Emblematica Online, das zusammen mit der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel entwickelt worden ist. In einem zweiten Schritt wird dargestellt, wie die digitale Forschung es erst möglich macht, neue Perspektiven auf ein altes Thema zu entwickeln. Umrissen wird das aktuelle Buchprojekt Early Modern Intellectual Networks: Emblems as Open Sources, das statt der bisher üblichen Themen-, Autoren- oder nationalliterarischen Emblemforschung einen Überblick über Praktiken des Emblems in der frühen Neuzeit bieten soll – eine Art Sozialgeschichte des Emblems. Thematisiert wird schließlich die Integration von digitalen Methoden und Perspektiven in den Geisteswissenschaften.
 
Frau Wade wurde auf Anregung des Erlanger Lehrstuhls für Neuere deutsche Literatur mit systematischem Schwerpunkt mit dem Reimar-Lüst-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet und ist derzeit zu einem zweimonatigen Forschungsaufenthalt an der FAU zu Gast.
 
„Der Reimar Lüst-Preis wendet sich an hoch angesehene Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus dem Ausland, die sich als Multiplikatoren besondere Verdienste um die nachhaltige Förderung der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Heimatland in der Wissenschaft und durch die Wissenschaft erworben haben“ (Humboldt-Stiftung).
 
„Mara R. Wade ist Professorin für Germanistik und Komparatistik an der University of Illinois at Urbana-Champaign, USA. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Frühe Neuzeit, wo sie sich insbesondere in der Emblemforschung, der Forschung zu europäischer Adels- und Festkultur, der Genderforschung sowie mit ihrer Forschung zur Stadtkultur Nürnbergs internationale Anerkennung erarbeitet hat. Mara R. Wade gilt zudem als Vertreterin der Digital Humanities. So hat sie beispielsweise die „Emblematica Online“ entwickelt, eine international etablierte digitale Datenbank von Emblembuchbeständen. Von Wades Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Rahmen des Reimar Lüst-Preises wird beispielsweise eine Stärkung der Forschung zur Festkultur oder zur Nürnberger Literatur- und Theaterkultur des 17. Jahrhunderts erwartet.“ (aus der Laudatio der Humboldt-Stiftung)