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April 2019 Neuerscheinung: Empirisierung des Transzendentalen. Erkenntnisbedingungen in Kunst und Wissenschaft 1850-1920. Hg. v. Philip Ajouri und Benjamin Specht. Göttingen: Wallstein 2019.

Die Geschicke des Subjekts im langen 19. Jahrhundert sind vielgestaltig und wechselhaft. Wird es von Kant noch zur transzendentalen Voraussetzung aller Erfahrung erklärt und damit eine überzeitlich stabile und zweckmäßige Instanz, so unterziehen die Erfahrungswissenschaften seit 1850 das ehemalige Apriori zunehmend einer empirischen Untersuchung. Wenn damit aber die Form, nicht nur der Gehalt des Wissens in Abhängigkeit betrachtet wird von sinnesphysiologischen, kulturellen und sprachlichen Erfahrungsweisen, dann sind die ‚Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis‘ am Ende so kontingent wie diese Prägungen selbst. Kunst und Literatur nehmen an diesem erkenntnistheoretischen Problem regen Anteil. Sie arbeiten mit an seiner Formulierung und Analyse, spielen mögliche Konsequenzen durch und reflektieren es zuweilen in seiner prinzipiellen Unlösbarkeit. Sie erproben aber ebenso auch Ausweichbewegungen und Möglichkeiten eines Arrangements, ja versuchen, ihm durch alternative Formen von ‚Erfahrung‘ und ‚Gewissheit‘ zu begegnen.

Der Band versammelt Beiträge aus Neuerer deutscher Literatur, Philosophie, Sprachwissenschaft sowie Wissenschafts- und Kunstgeschichte. Gemeinsam gehen sie der Frage nach: Wie verhandeln Kunst und Wissenschaft das Problem der Empirisierung des Transzendentalen und wie hängt es zusammen mit der Herausbildung der ästhetischen Moderne?

Inhaltsverzeichnis

Der Link zum Verlag: https://www.wallstein-verlag.de/9783835333840-empirisierung-des-transzendentalen.html