Navigation

20. Dezember 2018: Gastvortrag von Michael Begun (Fordham University, New York): „‘Sich selbst… an den Haaren ins Dasein zu ziehen‘: Über Judith Butlers Nietzschelektüre.“

16 Uhr, in C202

*In ihrer Kritik der ethischen Gewalt wendet sich Judith Butler Nietzsche zu, um die Frage nach der Rolle der Moral bei der Hervorbringung des Subjekts zu stellen. Eine ähnliche (vielleicht sogar dieselbe) Frage hat Butler schon in zwei früheren Texten ebenfalls mit Anlehnung an Nietzsche gestellt (Gender Trouble I.V, „Gender, Sex and the Metaphysics of Substance” und im zweiten Kapitel von The Psychic Life of Power, „Circuits of Bad Conscience: Nietzsche and Freud”). In diesem Vortrag wird Michael Begun Butlers Nietzschelektüre kritischer untersuchen, um ihre Frage nach der moralischen Autonomie im Subjektivierungsprozess bei Nietzsche noch genauer zu klären.

 

Michael Begun (M.A. und M. Phil) ist  z. Zt. Doktorand an der Fordham University, wo er unter Dr. Babette Babich (Studien über u.a. Nietzsche, Heidegger, Adorno und Hölderlin sowie Ästhetik, Musik, Wissenschaft und Technologie) seine Doktorarbeit verfasst. Seine aktuellen Lehrveranstaltungen tragen die Titel  Philosophy of Human Nature (Einleitung in die Philosophie) und Philosophical Ethics (Einleitung in die Normative Ethik für fortgeschrittene BachelorstudentInnen). Im nächsten Semester folgt eine Lehrveranstaltung halten zum Thema Logical Thinking (Einleitung in die Argumentationstheorie). Michael Begun hat am Fordham College Lincoln Center seinen Bachelorabschluss in Philosophie in cursu honorum summa cuma laude 2010 erhalten.

 

Im Wintersemester 2018/19 wurde vom Masterstudiengang ‚Ethik der Textkulturen‘ ein freiwilliger Lektürekreis initiiert. Gelesen wird seit Semesterbeginn Judith Butlers Kritik der ethischen Gewalt (engl. Giving an Account of Oneself, Fordham University Press, New York, 2005). Michael Beguns Vortrag stellt nicht nur für die TeilnehmerInnen des Lektürekreises, sondern auch für NietzscheanerInnen, Butler-ExegetInnen und für all jene, die am Thema Interesse haben einen großen Gewinn dar: In vielen ihrer Texte referiert Judith Butler auf Nietzsche und macht ihn fruchtbar für ihre Theorien zur Subjektkonstituierung. Der Vortrag unterzieht eben diese Auseinandersetzung einer kritischen Re-Lektüre.