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Zum Tode von Ulfert Ricklefs

Das Department Germanistik und Komparatistik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg trauert um seinen ehemaligen Kollegen Dr. Ulfert Ricklefs, der am 30. August 2018 im Alter von 84 Jahren verstorben ist.

Ulfert Ricklefs, geboren 1943 in Celle, studierte Germanistik, Philosophie und Theologie in Tübingen, Berlin (FU) und Göttingen. Hier wurde er 1966 von seinem akademischen Lehrer Walter Killy über Achim von Arnims Päpstin Johanna-Dichtung promoviert. Es folgten Lehrtätigkeiten an der University of Edinburgh, ehe er 1970 auf Bitten Ulrich Fülleborns an den Erlanger Komparatistik-Lehrstuhl wechselte. Von 1973 bis 1999 wirkte Ricklefs hier als Akademischer Rat und Direktor. Seine Verdienste für die Erlanger Germanistik und Komparatistik beziehen sich nicht nur auf seine breit angelegte und engagierte Lehre, auf die Betreuung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern und auf seine substantiellen Forschungen, sondern auch auf seine Verwaltungstätigkeiten. Ulfert Ricklefs hat Prüfungsordnungen und Lehrinhalte entwickelt sowie Verwaltungskräfte und wissenschaftliche Hilfskräfte in Ihrer Arbeit angeleitet und unterstützt. Innerhalb der Germanistik basiert sein hohes Ansehen besonders auf seinen vielen Beiträgen zur Romantikforschung, insbesondere zum Dichter Achim von Arnim. Zahlreiche Studien und wichtige Editionen sind dem Romantiker gewidmet. Nicht zuletzt deshalb hat man Ulfert Ricklefs von 1995 bis 1999 das ehrenhafte Amt des Präsidenten der Internationalen Arnim-Gesellschaft anvertraut. Hervorzuheben sind außerdem seine Aufsätze zur Editionstheorie, die Herausgabe des bekannten Fischer Lexikons Literatur (1996) mit dem bis heute viel gelesenen Überblicksartikel Hermeneutik und seine vielen Beiträge zu Killys Literatur Lexikon. Ulfert Ricklefs’ Forschungen zeichnen sich durch vorbildliche philologische Genauigkeit, Quellennähe und die Berücksichtigung relevanter kulturhistorischer Hintergründe aus. Ihm war stets an einem grundlegenden Werkverständnis gelegen.

Die Universitätsbibliothek verdankt ihm die großzügige Stiftung seiner Privatbibliothek vor einigen Jahren, von der vor allem die kultur- und geisteswissenschaftlichen Fächer der Universität und viele Leserinnen und Leser aus dem In- und Ausland profitieren.

Florian Kragl, Christine Lubkoll, Dirk Niefanger